Schule Laghmani

Ohne Bildung hat ein Land keine Chance auf Entwicklung. Ohne Bildung würden weder politisches Bewusstsein noch Verständnis für Erfordernisse der Hygiene entstehen. Ohne Bildung wird sich die Situation von Frauen nicht ändern.

Neubau Schule Laghmani

Im April 2004 bezogen über 2.000 Schülerinnen und Schüler des Dorfes Laghmani bei Charikar (Provinz Parvan) ihre neue Schule. Zwei prächtige Gebäude, jedes mit 16 Klassenzimmern und 2 Nebenräumen, stehen an dem Platz, wo noch zwei Jahre zuvor nur Zelte und Unterstände aus Zweigen inmitten verminten Gebietes notdürftig Unterricht ermöglicht hatten.

2008 kam ein weiteres Gebäude (erbaut von einer anderen NGO) hinzu, das nötig geworden war, weil ab dem Schuljahr 2009 auch die Mädchen bis zum Abitur geführt wurden. Auch hier wurde ein Sportplatz gebaut. Inzwischen teilen sich 2 selbständige Schulen das Gelände. Jeweils eine Schule für Mädchen und Jungen.

Eine Brunnenanlage zur Versorgung der Schüler und Schülerinnen wurde gebaut. Das gesamte Gelände ist durch Eigeninitiative der Afghanen begrünt und wirkt an vielen Stellen wie ein kleiner Park.

Die schnelle Änderung der Verhältnisse ist ganz wesentlich dem Montessori Zentrum Angell in Freiburg und seinen tatkräftigen und engagierten SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen zu verdanken und natürlich besonders dem unermüdlichen Einsatz der Schulleiterin Frau Klute-Wetterauer. Frau Herfort und ihre Nachfolger Frau Schröder-Laube und Herrn Beer haben bis heute immer wieder Schüler für die tatkräftige Hilfe begeistert.

»Die frühere Laghmani-Schule war ein Trümmerhaufen.«

Der vorherige Zustand der Schule: zerfetztes Zelt als Klassenzimmer, inmitten von Mienen

Die Mädchen, die jetzt wieder oder erstmals die Schule besuchen durften, wurden in einer Ruine und im Garten eines Privathauses unterrichtet, die Jungen hockten in selbst gebauten Unterständen, die man gegen Sonne und Wind erricht hatte, oder in Zelten. Auf drei Seiten des Schulgeländes lagen die rotweißen Steine, die das verminte Land abgrenzten.

Das Übrige ist eine Erfolgsgeschichte

Die Minen wurden geräumt, ein Architekt wurde gewonnen, Pläne wurden erstellt. Doch die Schule wurde durch die Rückkehr von Flüchtlingen viel größer als ursprünglich gedacht. Die Zahl der erstmals angemeldeten Mädchen überstieg alle Erwartungen. Aus einem ursprünglich kleinen Projekt wurde ein großes, das nur mit Hilfe der unglaublich tatkräftigen Hilfe der Patenschule Angell bewältigt werden konnte. Mehr als ein Zehntel der Baukosten wurden so von einer einzigen Schule aufgebracht. Eine bewundernswerte Leistung!

Als Partner wurde die französische Hilfsorganisation GERES gewonnen, die für einen allgemein bewunderten Bau sorgte. Beide Schulgebäude wurden in Passivenergiebauweise errichtet. Durch spezielle Maßnahmen wurde erreicht, dass die Dämmung so gut ist, dass im Winter die Innentemperatur 7 Grad höher ist als draußen, im Sommer aber 7 Grad niedriger. Man muss wissen: afghanische Schulen haben keine Heizung, keinen Strom.

Ein Brunnen wurde gebohrt, geflieste Toiletten gebaut, ein Sportplatz angelegt. Als eine Stromleitung aus dem Norden nach Kabul geführt wurde, war endlich auch ein Stromanschluss der Laghmanischulen möglich. Von unserem Spezialisten Nessar Nazar wurden Lehrer und Lehrerinnen ausgebildet, in der Mädchen- und in der Jungenschule wurden IT-Räume eingerichtet. Der IT-Unterricht gehört jetzt zum Normalprogramm der Schüler.

Stundentafel für die Abschlussklasse 12

Dari : 4h / Paschtu : 2h / Englisch : 4 / Mathematik : 3h / Geometrie : 1h / Logik : 2h / Biologie : 3h / Chemie : 3h / Physik : 3h / Erdkunde : 3h / Geschichte : 2h / Sport : 1h / Religion : 2h

Aktuelle Informationen zur Anzahl der Schüler/Schülerinnen und Lehrer finden Sie hier.