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Peter Adler

Schulpatenschaften

Im Rahmen von Schulpatenschaften übernehmen Schulen in Deutschland die Patenschaft für eine afghanische Schule. Dies bedeutet, dass die deutsche Schule immer wieder durch gezielte Aktionen vielfältige Belange der afghanischen Schule und vor allem auch der Schülerinnen und Schüler unterstützt. Gleichzeitig wird der Versuch unternommen, das gegenseitige Verständnis der unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen zu fördern und auf diese Weise zu größerer Toleranz beizutragen. Nicht nur die afghanische Schule soll profitieren, sondern auch in Deutschland sollen Hilfe und Kontakt als ein Beitrag für eine bessere, von gegenseitigem Verständnis getragene Welt begriffen werden. Dies ist gerade in einer Welt, die oft durch den Gegensatz von muslimischer Kultur und Lebensart einerseits und westlichen Lebensauffassungen andererseits gekennzeichnet ist, ein kleiner Beitrag zum Frieden.

Impressionen - Schulpatenschaften
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Beispiele bisheriger patenschaftlicher Hilfe

Das Montessori-Zentrum Angell in Freiburg hat durch gezielte Aktionen, vor allem in der Weihnachtszeit, den Bau der großen Laghmanischule bei Charikar mit ermöglicht. Fast ein Achtel der Bausumme (ca. 30.000 Euro) wurde durch die Angellschulen erbracht. Jährlich erbringen die Aktionen der Schule mehrere tausend Euro. So konnte jetzt ein großes Sportfeld für Basket- und Volleyball gebaut werden. Zwei große geflieste Toilettengebäude wurden errichtet, für die ein regelmäßiger Säuberungsdienst eingeführt wurde.

Im laufenden Schuljahr konnte mit Mitteln der Patenschule Angell in Freiburg beide Schulgebäude neu gestrichen werden, die Fenster wurden teilweise erneuert und mit solideren Scheiben versehen. Beim Weihnachtsbasar von Angell kamen 1150 € zusammen, die 2010 wahrscheinlich hauptsächlich für eine Lehrerfortbildung in Mathematik und den Naturwissenschaften eingesetzt werden. Die Lehrerfortbildung wird in Zusammenarbeit mit der australischen Partner-NGO AADO durchgeführt.

 

Die Grundschule Kirchzarten hat beispielhaft beim Bau der ersten Schule der DAI in Schaidai von Anbeginn eine Betreuung übernommen. Es wurde Hilfestellung geleistet beim Begrünen des Schulgeländes, Fahrt- und Fortbildungskosten für Lehrerinnen wurden übernommen. Viele Bilder wurden in Schaidai und in Kirchzarten gemalt, die mit den Briefen zusammen den anderen von Leben und Alltag berichteten. Alljährliche Schulaktionen sorgen für Mittel, den Bedürfnissen der Schule (Reparaturen, kleine Anschaffungen, Materialien) Rechnung zu tragen.

 

Eine Arbeitsgruppe der Anne-Frank-Grundschule in Freiburg hat tatkräftig den Neubau der Nomadenschule in Schotordaran gefördert. Alljährlich werden durch Aktionen Mittel für Hefte und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt.

 

Das Marie-Curie-Gymnasium in Kirchzarten hat vor allem durch eine Theateraufführung, deren Erlös für Afghanistan bestimmt war, die kostspielige Renovierung der Faqir Haider Schule bei Gulbahar möglich gemacht. Fast die gesamten Kosten von über 8000 € konnten aufgebracht werden.

 

Die Emil-Gött-Grundschule in Freiburg setzt sich für die Wüstenschule in Solmabad ein. Regelmäßige Schulaktionen ermöglichen den Kauf von Schulmaterial, aber auch gelegentlich von Kleidung und Schuhen. Ein Brunnen konnte gebaut werden. Die Emil-Gött-Schule ist dabei, ein eigenes Curriculum zum Thema Afghanistan zu entwickeln. 

 

In gleicher Weise engagiert sich die Rudolf-Steiner-Schule in Berlin für die abgelegene Grundschule in Adraskan, wo beispielsweise jetzt Bänke gekauft werden, vor allem aber die Fenster verglast werden konnten. In den letzten beiden Jahren sind hier zwei neue Schulgebäude entstanden, die ein privater Sponsor aus der Schweiz finanziert hat, zu denen aber auch die Patenschule einen wesentlichen Beitrag geleistet hat.

 

Das Berthold-Gymnasium in Freiburg hat sogar Projekttage über Afghanistan durchgeführt und den Ertrag wie auch den vieler anderer Veranstaltungen für die Schule in Meanshah bei Charikar zur Verfügung gestellt. Toiletten konnten gebaut werden, Wasserbehälter beschafft, die Ausstattung des Lehrerzimmers gefördert. Vor allen aber wurden sechs Kinder durch einen monatlichen Patenbeitrag von je 20 € unterstützt. Auch die Lehrerfortbildung in Mathematik und den Naturwissenschaften wurde ermöglicht.

 

Die Alemannen-Realschule in Müllheim hat der inzwischen gewaltig angewachsenen Schule in Gebrail (3800 Schüler und Schülerinnen) dank vielfältiger Aktivitäten namhafte Beträge zur Verfügung gestellt, womit vor allem Schulbänke und Schulhefte gekauft werden konnten. Ein Sportplatz und eine dringend notwendige Mauer wurden gebaut. Da die Klassenräume dringend neu gestrichen werden  mussten, wurden die Farben zur Verfügung gestellt. Die Arbeit haben Lehrer und Schüler selbst geleistet.

 

Die Balaghelschule in Charikar (inzwischen 3.600 Schüler) konnte überhaupt erst durch Schulbeiträge errichtet werden. In hervorragender Weise haben sich dabei die Bildungszentren in Markdorf und Ettenheim, das Gymnasium Ettenheim und die Lessing-Realschule in Freiburg hervorgetan. Eine offizielle Patenschaft hat die Lessing-Realschule in Freiburg übernommen. Regelmäßige Aktivitäten einzelner Klassen und der ganzen Schule ermöglichen die Unterstützung einer wachsenden Anzahl von Patenkindern. Jetzt ermöglicht die Lessingschule den Bau eines Brunnens und die Reparatur von ca. 200 Schulbänken, die leiderinsehr schlechter Qualität vom Schulministerium zur Verfügung gestellt worden waren.

 

Durch einen regelmäßigen monatlichen Beitrag der Silberbergschule in Bahlingen a.K. ist es möglich gewesen in der Grundschule in Bedmoschk Schulbänke anzuschaffen und jeweils zum Schuljahresanfang  den Schülerinnen (die meisten sind hier tatsächlich Mädchen) und Schülern Schulmaterial zur Verfügung zu stellen. Auch mit Hilfe der Schule werden hier inzwischen 6 Lehrer finanziert, die leider vom afghanischen Staat nicht übernommen werden. Diese Schule mitten im Paschtunengebiet besuchen auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern besonders viele Mädchen bis zur 6.Klasse.

 

In ganz hervorragender Weise hat sich das Ritter-von-Buss-Bildungszentrum in Zell am Harmersbach für die Schule in Siasang engagiert, wo gerade ein Neubau fertig geworden ist. Die einfallsreichen Aktivitäten von drei achten Klassen und eine Adventssammlung ermöglichen es, allen Schülern der Siasangschule in der Provinz Wardak eine Grundausstattung zum Schuljahresbeginn zu geben.
 

 

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