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Auf einen Blick

Foto: Schulversammlung

Ort

Gebrail,
15 km westlich von Herat
 

Status

Bau abgeschlossen,
Schulpatenschaft läuft
 

Ansprechpartner

Masoud Farhatyar
 

Impressionen von der Einweihung der Schule Gebrail im April 2005

(Pdf, 876 kb)
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Schule Gebrail

Gebrail ist eine Siedlung in der Nähe von Herat, die während des Konflikts mit der ehemaligen Sowjetunion entstanden ist. Hier haben sich Schiiten angesiedelt, die keine Mittel besaßen, um bis in den Iran zu flüchten. Die Bevölkerung, die Hasara, sind mongolischer Abstammung und waren in der afghanischen Gesellschaft immer benachteiligt, wodurch ihnen auch der Zugang zur Bildung erschwert wurde. Inzwischen hat sich das ursprüngliche Dorf zu einer Kleinstadt entwickelt, die hauptsächlich von Hasara bewohnt wird.

Impressionen - Neubau Schule Gebrail
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Die vorhandene Schule bestand aus einem angemieteten Gebäude mit vier Räumen sowie einem ummauerten Hof mit ca. 12 Zelten. Hier wurden im Sommer bei brütender Hitze 30-35 Kinder in einem Zelt unterrichtet, insgesamt 1.200 Kinder, mehrheitlich Mädchen. Die Schulbehörde hielt den Bau einer Schule für dringend erforderlich und hatte deshalb auch staatliche Lehrkräfte zugesagt.

 

Die inzwischen fertig gestellte Schule baut auf einem vorhandenen Fundament auf und wurde nach tradierten Baumethoden erbaut, für die das Wissen in der Dorfbevölkerung noch vorhanden ist. Dies bedeutet im Wesentlichen eine aus Lehmziegeln gemauerte Gewölbekonstruktion, die die Grundlage aller Bauten im Dorf ist. Die Dorfbevölkerung wurde im Gegenzug für den Bau zur Wartung der Schule verpflichtet. Von BASF wurde eine Dispersion zur Verfügung gestellt, die den Lehm witterungsbeständiger macht. Die Erdbebensicherung wurde weitestgehend berücksichtigt.

 

Die Hasara sind sehr aufgeschlossen und hatten ihre Mitarbeit zugesagt. Dadurch ist die Schule in der Bevölkerung verwurzelt. Es macht sie stolz, dass man ihre herkömmliche Bauweise schätzt, die viele klimatische Vorteile gegenüber scheinbar moderneren Bauweisen hat.

 

Projektziel war, in diesem Dorf eine eigenständige Versorgungs- und Beschäftigungslage aufzubauen. Sollte das durch weitere Projekte in dieser Region gelingen, müssten die Menschen nicht mehr täglich zwei Stunden nach Herat gehen, um sich als Tagelöhner zu verdingen. Die Bevölkerungsentwicklung hat inzwischen längst diese anfänglichen Planungen hinfällig werden lassen.

 

Schon zur Zeit der Fertigstellung des Schulbaus war die Bevölkerungszahl von Gebrail durch die Rückkehr vieler Flüchtlinge aus dem Iran um das Vierfache gewachsen. Die neue Schule stellte sich damit leider als entschieden zu klein heraus, so dass die alten Provisorien weiter benutzt werden mussten. Bei der Einweihung Ende März 2005, waren tatsächlich über 5.000 Schüler/-innen angemeldet, die auch aufgenommen wurden. Lehrerinnen und Lehrer waren ausreichend vorhanden.

 

Auf Initiative der Bevölkerung hin wurde inzwischen mit sehr geringen Mitteln ein weiterer Bau mit 8 Klassenzimmern erstellt. Die DAI musste nur die Materialkosten tragen, die Arbeitskraft stellten die Menschen von Gebrail für ihre Schule zur Verfügung. Schon im Rohbau begann die Schule in den neuen Räumen mit dem Unterricht. Die Schülerzahl beträgt gegenwärtig ca. 3800 Schüler, so dass trotz aller Verbesserungen immer noch Unterricht in 3 Schichten gehalten werden muss.

 

Durch ein Sonderprojekt des Gymnasiums in Kenzingen war die Versorgung der Schule mit am Ort gefertigten Bänken teilweise möglich. Die Alemannen- Realschule in Müllheim als Patenschule hat durch Aktionen bereits weitere Verbesserungen ermöglicht: Hefte konnten zur Verfügung gestellt werden, ein Sportplatz wurde gebaut, eine kleine Mauer, die dringend zum Schutz nach außen benötigt wurde, konnte errichtet werden. Als die Räume frisch gestrichen werden mussten, konnten 2007 die Farben und Materialien gekauft werden. Die Arbeit wurde von der Schulgemeinschaft selbst übernommen.
 

 

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