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Auf einen Blick

Foto: Schüler

Ort

Charikar, Schomali-Ebene, ca. 70 km nördlich von Kabul
 

Status

Bau abgeschlossen,
Schulpatenschaft läuft
 

Ansprechpartner

Peter Adler

Neubau Friedensschule Balaghel

Das Gebäude der früheren Schule war nahezu dem Erdboden gleichgemacht. Der Unterricht fand provisorisch in einem privaten Gebäude statt, das selbst eine Art Rohbau war und weder Fenster noch Türen besaß. Die Treppen waren ohne Geländer. Wind und Staub hatten ungehindert Zugang. Auch der Hof diente als Unterrichtsraum. Da der Besitzer sein Haus wieder beanspruchte, bestand die Gefahr, dass die Schüler in Zelte umsiedeln mussten. Viele Schulen in Afghanistan campieren heute tatsächlich immer noch auf freiem Feld oder in Zelten.

Impressionen - Neubau Friedensschule Balaghel
Zur Bildergalerie (16 Bilder)

Anfänglich wurden mehr als 1700 Schüler unterrichtet, davon über 700 Mädchen. Innerhalb von 2 Jahren war die Schülerzahl von 300 auf diese Zahl gewachsen, eine Folge der Rückkehr vieler Flüchtlinge und des erstmaligen und sehr starken Schulbesuchs von Mädchen.

 

Die Zustände in der Bauruine waren unzumutbar. Nicht nur dass Wind und Staub ungehindert Zugang hatten, sondern aus Raummangel waren viele Klassen auch übervoll (bis 70 Schüler). Sogar in fast lichtlosen Kellerräumen wurde unterrichtet.

 

Als vor mehr als zwei Jahren die Zustände in dieser Schule in Ettenheim (Bildungszentrum und Gymnasium) mit Lichtbildern gezeigt wurden, entschlossen sich die SchülerInnen dieser Schulen, sich  für den Bau der Balaghelschule selbst aktiv zu werden, aber auch über den Landesschülerbeirat andere Schulen zur Mithilfe zu gewinnen. Durch eine im Einzelnen kaum zu beschreibende Aktionswelle haben zahlreiche Schulen und Orte dazu beigetragen, dass tatsächlich SchülerInnen durch vielfältigste Aktionen einen ganzen Schulbau finanziert haben.  In Markdorf am Bodensee ließ sich regelrecht die gesamte Bevölkerung zu einer Spendenwelle begeistern.

Bewundernswert war vor allem, dass die ursprünglich initiativen Ettenheimer SchülerInnen nie aufgaben und tatsächlich mit ihrem früheren Verbindungslehrer Grässlin zusammen viele weitere Schulen gewinnen konnten.


Beteiligt waren:

  • August-Ruf-Bildungszentrum Ettenheim
  • Gymnasium Ettenheim
  • Lessing-RS Freiburg
  • Tuniberg-GS/HS Freiburg-Opfingen
  • Konstanzer Schülerparlament
  • Bildungszentrum Markdorf am Bodensee
  • Förderkreis des Deutsch-Französ. Gymnasiums in Freiburg
  • Stefan-Zweig-RS Endingen
  • 1 Klasse des St.Ursula-Gymnasiums Freiburg
  • Ludwig-Uhland-RS Tuttlingen
  • RS Oberndorf

 

Im April 2005 fand die feierliche Einweihung des ersten Teils der Schule statt. Wenigstens ein Teil der Schüler, vor allem die Kleinen konnten in festen und geschützten Räumen unterrichtet werden. Selbstverständlich musste weiter in mehreren Schichten unterrichtet werden. Die Klassengröße entsprach allenfalls in den Oberklassen deutschen Verhältnissen. Aber es waren endlich zumutbare Verhältnisse für junge Menschen entstanden.

 

Mit Hilfe von MISEREOR konnte ein zweites Gebäude gebaut und im Frühjahr 2008 eingeweiht werden. Geflieste Toiletten wurden gebaut, ein Schutzwall gegen das bei Regen vom Berg abrutschende Geröll schützt die Gebäude. Der bestehende Brunnen, der sein Wasser aus dem nahen Kanal erhält, wird durch einen neuen Tiefbrunnen abgelöst, da das Kanalwasser inzwischen zu verschmutzt und daher gesundheitsschädlich ist.

 

Alle Maßnahmen werden durch die Lessing-Realschule Freiburg, die auch Schülerpatenschaften übernommen hat, tatkräftig unterstützt.

 

Inzwischen hat die Schule allerdings ca.3600 Schüler, so dass nach wie vor Schichtunterricht angesagt ist. Die ersten Zelte sind schon wieder errichtet.


 

 

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