Direkt zum Inhalt der Seite


 

Foto: Landschaft

Hilfe für Nomaden in der Provinz Kunduz

Mit Hilfe von Caritas international konnte in der Provinz eine Nothilfe für Nomaden durchgeführt werden. Um einen Eindruck von Schwierigkeit und Vielfalt der nötigen Arbeit zu vermitteln zitieren wir aus dem Bericht des Projektleiters Mirweis Nashir:

 

Der Winter 2007/08 war der kälteste seit 50 Jahren in Afghanistan. Dieser strenge Winter und die dürrebedingte Wasserknappheit in den vorangegangenen Jahren hat großes Leid und Armut unter den Landwirten und Nomaden des Landes verursacht. Tausende Nutztiere der Nomaden Afghanistans gingen durch Kälte und Hunger verloren.


Andrang bei Verteilung

 

Die DAI hat sich in dieser Lage engagiert und stellte mit Hilfe von Caritas international für zweitausend Nomadenfamilien der Provinz Kunduz, die im vergangenen Winter schwer betroffen wurden, schnelle Hilfe zur Verfügung, für jede betroffene Familie wurde 70 Kilogramm Konjara, Zegher (Sonnenblumenpresskuchen), und 1,5 Sack Heu vorgesehen. Damit der Preis der vorgesehenen Waren sich auf dem Markt nicht erhöht, mussten diese Mittel im Voraus gekauft werden. Wir haben in den Monaten August bis Oktober die Preise erfragt und auch mit dem Kauf der Waren begonnen.

Wir haben in den vorgesehenen Lagern mit der Lagerung begonnen; uns gelang, 3000 Heusäcke innerhalb von 1,5 Monaten zu kaufen und im Lager zu deponieren. Die Märkte in Kunduz und  in den Nachbarprovinzen bis Mazar-e-Sharif konnten die Menge der geplanten 140 Tonnen Zegheri-Konjare, die wir benötigten, nicht liefern. Wir konnten nur 11353 Sir (79471 Kg) Zegheri-Konjara  bekommen. Gezwungenerweise mussten wir auf Ware zweiter Qualität ausweichen.

 

Alles muss seine Ordnung haben

Ein weiteres Problem war das Lager. Das frühzeitig angemietete Lager stand nach dem Kauf nicht mehr zur Verfügung, so dass wir ein anderes suchen mussten und auch fanden. Im November 2008 wurden alle fehlenden Teile der Hilfsgüter gekauft und waren zum Verteilen bereit.

Die Hilfsgüter wurden so verteilt, dass die Räte, die schon vorhanden waren, Personen und Familien überprüft und auf einer Liste aufgenommen hatten. Der Rat hatte die Verantwortung für die Verteilung der Hilfsgüter; allerdings war dieses Verteilungssystem in dieser Form mit Fehler behaftet. In diesen Räten hatten einige Personen, die früher militärische Macht besaßen, das Sagen gehabt und gaben die Hilfsgüter ihren Angehörigen, ob sie berechtigt waren oder nicht. Aus diesem Grund, um tatsächlich den Bedürftigen die Hilfsgüter zukommen zu lassen, entschied ich mich, den Rat bei er Arbeit nicht zu beanspruchen, sondern den Hilfsbedürftigen die Hilfsgüter direkt zu übergeben.

Ich habe für die Erleichterung der Arbeit die Provinz Kunduz in 7 Zonen verteilt. Ich hatte für 2000 Familien Hilfsgüter zu verteilen, diese habe ich nach der jeweiligen Menge der Nomaden in der vorgesehenen Region verteilt.

 

Warten

In der Provinz Kunduz bestehen die Nomaden aus Pashtunen, Arab und Chahar Aimaq, wir haben die Berechtigten unter Berücksichti-
gung ihrer prozentualen Anteile gewählt. Eine solche Verteilung ist nötig, damit sie als gerecht empfunden wird. Wir haben im jedem Distrikt eine ehrliche und korrekte Vertrauensperson ausgewählt, die uns die Bedürftigen nannte. Dabei wurde nicht nur auf die Bedürftigkeit geachtet, sondern es wurde auch einen Stammesausgleich berücksichtigt, d.h. bei der Verteilung sollte allen Stämmen gleichmäßig geholfen werden, prozentual, arm sind sie alle. Diese von uns ausgesuchte Person war der Verbindungsmann zwischen DAI-Büro und dem Distriktkreis. Der Verbindungsmann hat eine Liste der bedürftigen Familien erstellt, eine Kopie war bei uns, eine bei ihm. Diese Verbindungspersonen waren ab ihrer Arbeitsaufnahme (Auffinden und Auflistung der Bedürftigen) bis zum Erhalt und Verteilung der Hilfsgüter tätig und jeder erhielt für das Ganze 100 €. Wir konnten aus Gründen der Lagerung, Entfernung und Kosten für Transport die Hilfsgüter den Menschen nicht dort aushändigen, wo sie lebten.

Die Verteilung wurde erfolgreich durchgeführt, die Menschen waren zufrieden, weil dies das erste Mal war, dass sie ihre Hilfsgüter selber erhielten.


 

 

© Deutsch-Afghanische Initiative           Impressum
Unterstützt von:   Lekkerwerken – Design & Medienkommunikation   &   Alex Wenz _ Digitale Medien