Nomaden-Projekt

Die Nomaden gehören zu den Vergessenen der Geschichte. Lieferten sie einst den Bedarf Afghanistans an Fleisch, Fett und Milchprodukten, so haben die zunehmende Trockenheit und Dürreperioden sowie der Krieg und die politischen Unruhen sie in ihrer Lebensweise sehr stark eingeschränkt.

Unterstützung der Frauen-Nomaden

Bei aller Bedürfnislosigkeit und Anpassungsfähigkeit an das trockene Klima sind ihre Lebensgrundlagen heute schlechter denn je. Jahr für Jahr wächst der Trockengürtel, der in Afghanistan Flüsse versanden lässt. Die Bedingungen, die einst das Nomandentum hervorgebracht haben, herrschen somit noch immer, werden aber insgesamt härter. Immer mehr Nomaden denken daher darüber nach, sesshaft zu werden, indem sie an den Stadtrand ziehen und sich als Tagelöhner verdingen. Auf der anderen Seite ist zu sagen, dass durch die Trockenheit auch die Flächen für die normale Landwirtschaft weiter reduziert werden.

Durch ihre Wanderwirtschaft sind die Nomaden im Unterschied zu den sesshaften Bauern in der Lage, Wüsten und Steppen nachhaltig zu bewirtschaften, so dass es geboten erscheint, ihre an die Trockenheit des Landes angepasste Lebensweise zu erhalten. Mit nur sehr wenig Hab und Gut auskommend, verlassen sie ihre Stätten, an denen sie übernachtet haben, ohne etwas zurückzulassen. Es gilt, diese nachhaltige Lebensform vor dem Hintergrund zu schützen, dass Afghanistan mit vielen Umweltproblemen zu kämpfen hat, bedingt durch Abholzungen der Wälder im Nordosten, Bodenerosionen, verseuchtes Grund- und Trinkwasser und eine Kontaminierung der Böden. Die Nomaden sind es gewohnt, mit sehr wenig Wasser auszukommen, müssen aber auf sauberes Wasser in den Flüssen zurückgreifen können.

Impfung von Tieren

Ende 2009 und im Januar 2010 erfolgte in mehreren Nomadensiedlungen (Mehrabad, Karez Soltan, Schotordaran) eine umfangreiche Dreifach-Impfung der Tiere, die zum Erhalt des Tierbestandes nötig war, von den Nomaden selbst aber nicht finanziert werden konnte.

Das Projekt kann jederzeit erweitert werden und ist daher für Spenden dankbar. Ein Schaf oder eine Ziege kosten ca. 6.000 Afghani, das entspricht etwa 100 Euro. 

Weitere derartige Hilfen sind vorgesehen. Sie sind allerdings immer von der jeweiligen Sicherheitslage abhängig.

Schotordaran

Die kleine Halbnomadensiedlung Schotordaran liegt nördlich von Herat und war nie von den Hilfsprojekten der großen Hilfsorganisationen erreicht worden. 2004 bei den Dreharbeiten für die Dokumentation „Mit Nomaden unterwegs“ (SWR/ARTE), für die Masuod Farhatyar die Aufnahmeleitung machte, entstand die Idee, die DAI könne in Schotordaran Hilfsprojekte durchführen.

Seitdem wurden drei erfolgreiche Hilfsprojekte durchgeführt:

  • Brunnen
  • Hammam
  • Schulgebäude

 

Bilderreihe zur Nomadenhilfe in Schotordaran