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Auf einen Blick
Ort
Laghmani, ca. 70 km nördlich von Kabul
Status
Projekt läuft
Ansprechpartnerin
Pascale Goldenberg
Stickprojekt Laghmani: Übersicht
+++ Aktuell +++
Das Buch zum Stickprojekt Laghmani – jetzt neu!
Nun gibt es auch ein Buch über das Stickprojekt. Es trägt den Titel »Fäden verbinden, Threads Unite« und ist beim MARO Verlag in Ausgburg erschienen.

Mehr Informationen finden Sie hier in unserem Blog
+++ Aktuell +++
Ausschreibung »Afghanistan-Inspiration«
In Anschluss an das erfolgreiche Projekt »Fäden verbinden Frauen« wird im September 2009 eine zweite EU-Wanderausstellung mit weiterverabeiteten Quadraten auf Reisen gehen.

Eingeladen ist jedermann/frau, der sich gerne mit einem von einer Afghanin bestickten Quadrat auseinandersetzen will und um dieses Quadrat ein Werk gestalten möchte. Die Arbeit der EuropäerIn ist dabei als Fortsetzung und Echo der Stickarbeit der Afghanin zu betrachten, damit die zwei Arbeiten im Dialog zueinander stehen. Machen Sie mit!
Ansprechpartnerin für den Ankauf von Stickereien ist Frau Goldenberg (goldenberg-freiburg{at}t-online.de), die Ihnen bei Interesse gerne einen Link zur Galerie schickt.
Alle weiteren Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier:
»Afghanistan-Inspiration« Ausschreibung und Anmeldung (doc, 56kb)
»Afghanistan-Inspiration« Kurzkonzept (doc, 32kb)
»Afghanistan-Inspiration« Infos zum Verkauf (doc, 42kb)
Sollten Sie nicht in Deutschland, sondern in Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Italien, Spanien, Belgien, England, Ungarn, Österreich oder Holland zuhause sein, wenden Sie sich bitte an Frau Goldenberg – Sie bekommen dann eine Kontaktperson des jeweiligen Landes vermittelt.
Für noch offene Fragen steht Ihnen Frau Goldenberg gerne zur Verfügung:
goldenberg-freiburg{at}t-online.de
Das Stickprojekt Laghmani
Sticken ist ein traditionelles über die Grenzen Afghanistans hinaus bekanntes Kunsthandwerk, das in den langen Kriegsjahren zunehmend vernachlässigt wurde und fast in Vergessenheit geraten ist. Mit dem Stickprojekt soll an diese Tradition angeknüpft werden. Angeknüpft wird damit auch an das Frauenzentrum Laghmani, das von der DAI in den Jahren 2003 und 2004 am Ort betrieben wurde.
Ziel ist es, den Frauen zu vermitteln, dass sie mit der Fähigkeit, sticken zu können, etwas Wertvolles beherrschen, womit sie (zumindest zukünftig) auch ihre Existenz bestreiten können. Die Wertschätzung für und das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten sollen wachsen. Die Frauen sticken mehreren Stunden an einem Quadrat, dessen Muster sie selbst entworfen haben.
Mittlerweile sticken ca. 200 Frauen in Laghmani, ca. 70 Kilometer nördlich von Kabul, 8 x 8 cm große Quadrate. Durch den Verkauf ihrer Stickarbeiten können sie die finanzielle Lage ihrer Familien wesentlich verbessern. Diese Quadrate sind nicht als Fertigprodukte, sondern als Rohlinge zu betrachten, und werden in Europa verkauft, um hier weiterverarbeitet zu werden. Sie eignen sich vorzüglich zur Kombination mit Patchworktechniken, wobei die Stickquadrate hervorragend als Blickpunkte eingesetzt werden können, sowie mit anderen Textiltechniken. Das Ergebnis sind symbolisch wirkende Textilarbeiten, bei denen nicht nur zwei Techniken miteinander kombiniert, sondern vor allem zwei Kulturen miteinander verbunden werden.
Im Juni 2005 war Pascale Goldenberg, die Leiterin des Stickprojekts, drei Wochen in Laghmani und hat dort einen Kurs gegeben. Ziel des Kurses war es, nach Möglichkeiten für die Weiterverarbeitung und Vermarktung der bestickten Quadrate vor Ort zu suchen. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht. Da die meisten Familien sehr arm sind und von der Hand in den Mund leben, sind manche wirtschaftliche Entwicklungen von vorneherein versperrt: Die Frauen sind zwar gerne bereit Auftragsarbeiten durchzuführen, im Moment sehen sie darüber hinaus aber keine Möglichkeit selbst »auf Risiko« etwas herzustellen und dann zu versuchen, es zu verkaufen. Vielleicht ist dies für die eine oder andere Frau zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
Die afghanischen Frauen haben während des Kurses bei der Gestaltung der Stickquadrate viel mit verschiedenen Farben und Garnen experimentiert. Es sind sehr schöne Stücke dabei herausgekommen! Die Stickquadrate werden den Frauen in regelmäßigen Abständen zu einem vereinbarten, nach Qualität gestaffelten Tarif, von der DAI abgekauft. Sie werden dann in Deutschland, Frankreich und bei Ausstellungen auch in vielen anderen Ländern Europas verkauft. Mit dem Erlös wird das Projekt weiter unterstützt.
»Fäden verbinden Frauen« – Wettbewerb und Wanderausstellung
Im Rahmen des Projekts hat ein Wettbewerb statt gefunden: Der Wettbewerb »Fäden verbinden Frauen« startete im September 2005. Die EU-Wanderausstellung »Fäden verbinden Frauen« ist nunmehr zu Ende gegangen; die letzte Schau fand im Rahmender alljährlichen Islamischen Tagung in Almonaster (Prov. Huelva, Spanien) statt, also an einem Ort westöstlicher Begegnung.
Die 221 Werke der Ausstellung wurden von Juni 2007 bis September 2008 in den folgenden Ländern präsentiert: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Österreich, Schweiz, Spanien und sogar im Sommer in der Türkei. Über 70 Werke wurden für den Ankauf reserviert, der als Spende den Projekten der DAI zugute kommt.
Ein Katalog der gesamten Ausstellung, in Form einer CD-Rom, kann bei Pascale Goldenberg bestellt werden: schicken Sie bitte einen frankierten Din-A5-Briefumschlag mit Ihrer Adresse und 5 € an Pascale Goldenberg, Kirnerstr. 16, 79117 Freiburg. Bei Interesse an Stickquadraten wende man sich an goldenberg-freiburg{at}t-online.de. Pascale bietet Neugierde und Offenheit für die Kultur des anderen, das Zueinanderkommen und Sich verbunden fühlen soll diese Ausstellung fördern.
Alphabetisierungsprogramm
Begleitend wurde für die Stickerinnen, die noch nicht lesen und schreiben können, ein Alphabetisierungsprogramm begonnen, das sehr erfolgreich ist und bei dem fast alle Teilnehmerinnen nach Abschluss des Grundkurses auf Fortsetzung gedrängt haben. Selbstverständlich werden wir das tun.
Ehrung
Pascale wurde im Sommer als »Farbstärkste Frau des Jahres« von der Schwedischen Textilbekleidungsfirma Gudrun Sjödén ausgezeichnet. Damit möchte diese Firma den Frauen Anerkennung schenken, die durch ihr persönliches Engagement als Vorbild in der Gesellschaft wirken. Einen Teil des Verkaufs in einem bestimmten Bereich stellt die Firma Sjödén der DAI als Spende zur Verfügung.
