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Auf einen Blick

Foto: Afghanische Frauen beim Nähen

Ort

Herat
 

Status

Projekt läuft
 

Ansprechpartnerin

Heide Kässer

Förderung afghanischer Studentinnen

Dass sie einmal Ärztin werden will, weiß Malalai schon als 12jährige Schülerin.

 

 

Der eigene Wunsch der jungen Afghaninnen, zu studieren und die Verhältnisse zu ändern ist der Ausgangspunkt des Studentinnen - Projekts. Diese Mädchen und jungen Frauen haben trotz Rückständigkeit und Armut – oder gerade deswegen – den Mut, in der Zukunft als Ärztinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Lehrerinnen zu arbeiten, der traditionellen Frauenrolle zu widersprechen und außerhalb des Hauses berufstätig zu sein. In erster Linie hoffen sie, dadurch ihren Familien aus dem Elend herauszuhelfen, aber sie sprechen auch ausdrücklich davon, ihrem Land dienen zu wollen.

 

 

In der alten Handelsstadt Herat im Nordwesten Afghanistans ist die Universität eine junge Gründung: sie besteht erst seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Nach der Vertreibung der Taliban eröffnete sich die Möglichkeit einer säkularen Bildung für alle. Vorher war den Frauen der Zugang zu jeglicher Bildung verboten.

 

Nassimah will Journalistin werden

Nassimah will Journalistin werden, Halimah will Lehrerin werden.    

 

Von Seiten der Universität werden den Studentinnen keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Diese sind vielmehr in der kulturellen Tradition und in der Armut der Familien begründet. Herat galt immer als besonders konservative Stadt und die Festlegung der Frauenrolle als besonders strikt. Der Wunsch eines Mädchens, nach der Grundschule das Gymnasium zu besuchen, die Aufnahmeprüfung an die Universität zu wagen und ein Studium durchzustehen, ist in diesem Umfeld spektakulär und erfordert nicht nur Intelligenz, sondern auch viel Mut.

 

 

Die Universität erhebt keine Studiengebühren. Trotzdem stellt das Studium einer Tochter für eine arme Familie eine große finanzielle Belastung dar. Der oft weite Anfahrtsweg zur Universität mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist teuer – Frauen in Afghanistan ist Fahrradfahren verboten. Die schlechte Ausstattung der Bibliothek erfordert häufig die private Anschaffung von Büchern.

 

Besonders schwer haben es Studentinnen aus der Provinz. So schreibt Nassibah, die aus Daisangi kommt: »Mit sieben Jahren bin ich eingeschult worden in eine Schule, die die Dorfbewohner organisiert haben. Eine Person hat die Kinder Koran und andere Bücher gelehrt... Nachdem meine Mutter gestorben war, konnte ich nicht mehr zur Schule gehen... Sieben Jahre lang habe ich Hausarbeit gemacht und auf die Tiere aufgepasst...Gegen den Willen der Verwandten bin ich wieder zur Schule gegangen. Die einzigen, die mir Mut gemacht haben, waren meine Lehrer. Glücklicherweise war ich eine erfolgreiche Schülerin. Nach dem Ende der Schule habe ich mich drei Monate für die Aufnahmeprüfung an die Universität vorbereitet. Ich bin in die juristische Fakultät aufgenommen worden, mit Erlaubnis meines Vaters, aber gegen den Willen meines Bruders und anderer Familienmitglieder. Dank der wirtschaftlichen Unterstützung durch die DAI kann ich lernen.«

 

Die Initiatoren des Projekts, Heide Kässer und Rateb Azimi, 2005 in Herat

Die Initiatoren des Projekts, Heide Kässer und Rateb Azimi,
2005 in Herat

 

Das Projekt unterstützt Studentinnen, die ihr Studium aus eigener Initiative aufgenommen haben. Es unterstützt Studentinnen, die aus armen Familien kommen. Rateb Azimi steht in Kontakt zur Universität, er beobachtet den Verlauf des Studiums und die Leistungen der Studentinnen. Jede Studentin erthält monatlich 25 Euro in afghanischer Währung von Rateb Azimi ausbezahlt.

 

Eine Besonderheit des Projekts sind die Briefe, die zwischen Afghanistan und Deutschland ausgetauscht werden. So schreibt Majedah an ihre Patin hier: »Seit wir Ihr Bild gesehen haben, sind meine Mutter und ich beruhigt und wir sehen, dass es noch Menschen gibt, die sich für Probleme anderer Menscheni nteressieren und ihnen Kraft und manchmal mit einem kurzem Lächeln Hoffnung geben.«

 

Finanziert wird das Projekt durch Spenden: in der Regel 25 Euro monatlich als Dauerauftrag. Aber auch kleinere oder größere Beträge als Einzelspenden helfen den Studentinnen in Afghanistan. Spenden an das Spendenkonto der DAI, Stichwort Studentinnen.


 

 

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