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	<title>Blog der Deutsch Afghanische Initiative &#187; Aus Afghanistan</title>
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	<description>Blog der Deutsch Afghanische Initiative</description>
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		<title>Neue Projekte online</title>
		<link>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2010/03/04/neue-inhalte/</link>
		<comments>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2010/03/04/neue-inhalte/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 17:56:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Künzel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus Afghanistan]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Bereich »Projekte« haben wir drei neue Projektbereiche mit einigen Inhalten ver&#246;ffentlicht – schauen Sie doch mal rein!
Hilfe f&#252;r Nomaden
u.a. die Orte »Schotordoran« und »Karez Soltan«
Regenerative Energien
u.a. die Themen »Solarenergie« und »Warmwasserversorgung«
Ausbildung
u.a.die Themen »Lehrerfortbildung und »Schreinerei« 
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Bereich »Projekte« haben wir drei neue Projektbereiche mit einigen Inhalten ver&#246;ffentlicht – schauen Sie doch mal rein!</p>
<p><a href="http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/projekte/hilfe_fuer_nomaden/">Hilfe f&#252;r Nomaden</a><br />
u.a. die Orte »Schotordoran« und »Karez Soltan«</p>
<p><a href="http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/projekte/regenerative_energien/">Regenerative Energien</a><br />
u.a. die Themen »Solarenergie« und »Warmwasserversorgung«</p>
<p><a href="http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/projekte/ausbildung/">Ausbildung</a><br />
u.a.die Themen »Lehrerfortbildung und »Schreinerei« </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>»Afghanistan-Inspiration« in Freiburg</title>
		<link>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2010/02/09/afghanistan-inspiration-in-freiburg/</link>
		<comments>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2010/02/09/afghanistan-inspiration-in-freiburg/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 17:19:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascale Goldenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus Afghanistan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/?p=395</guid>
		<description><![CDATA[
Aktuelle Bilder der Ausstellung in Freiburg ansehen
Wann?
23. Februar bis 09. M&#228;rz 2010
Montag &#8211; Donnerstag: 9-18 Uhr
Dienstag, Mittwoch, Freitag: 9-16 Uhr
Wo?
Sparkasse Freiburg-N&#246;rdlicher Breisgau
Kaiser-Joseph-Str 186-190
79098 Freiburg

In Laghmani in Afghanistan sticken seit sechs Jahren Frauen und M&#228;dchen mit der Hand vollfl&#228;chige 8 x 8 cm gro&#223;e Quadrate und verdienen sich so ihren bescheidenen Lebensunterhalt.
Die Stickerei ist als solche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/wp-content/uploads/2009/10/afg_insp_logo_wander.jpg" alt="afg_insp_logo_wander" title="afg_insp_logo_wander" width="400" height="160" class="aligncenter size-full wp-image-323" /></p>
<p><a href="http://picasaweb.google.de/SandraStruckGermann/AusstellungFreiburg?feat=email#">Aktuelle Bilder der Ausstellung in Freiburg ansehen</a></p>
<p>Wann?<br />
<strong>23. Februar bis 09. M&#228;rz 2010</strong><br />
Montag &#8211; Donnerstag: 9-18 Uhr<br />
Dienstag, Mittwoch, Freitag: 9-16 Uhr</p>
<p>Wo?<br />
<strong>Sparkasse Freiburg-N&#246;rdlicher Breisgau</strong><br />
Kaiser-Joseph-Str 186-190<br />
79098 Freiburg</p>
<p><span id="more-395"></span></p>
<p>In Laghmani in Afghanistan sticken seit sechs Jahren Frauen und M&#228;dchen mit der Hand vollfl&#228;chige 8 x 8 cm gro&#223;e Quadrate und verdienen sich so ihren bescheidenen Lebensunterhalt.</p>
<p>Die Stickerei ist als solche abgeschlossen, doch noch ist es kein fertiges Produkt.</p>
<p>Die in Afghanistan gestickten Quadrate werden in Europa erworben und hier weiter verarbeitet. Das Endprodukt, ob als praktisch zu nutzendes Objekt gestaltet oder als Kunstwerk, kann als Aufeinandertreffen zweier Kulturen gesehen werden. </p>
<p>Die Ausstellung »Afghanistan–Inspiration« kn&#252;pft an die Ausstellung <a href="http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2009/07/27/neu-das-buch-zum-stickprojekt-laghmani/">»F&#228;den verbinden Frauen«</a> an, die von Juni 2007 bis Oktober 2008 durch Europa wanderte.</p>
<p>Eingeladen ist jede Frau und gern auch jeder Mann, sich mit einem der von einer Afghanin bestickten Quadrate k&#252;nstlerisch auseinanderzusetzen. Jedes Quadrat aus Afghanistan ist ein Unikat, dessen Motiv die Stickerin selbst entwickelt hat.</p>
<p>Die Arbeit der Europ&#228;erInnen soll dabei als Fortsetzung und Echo der Stickarbeit der Afghanin gesehen werden, damit beide Arbeiten in einem Dialog zueinander stehen. </p>
<p>Zu sehen sind 113 Textilbilder der deutschen TeilnehmerInnen; das Publikum wird entscheiden, welche Werke zu weiterf&#252;hrenden Ausstellung, zur Europa-Wanderausstellung, mitziehen.</p>
<p>Der Aufruf, sich an dieser Ausstellung zu beteiligen, erfolgt parallel in 14 europ&#228;ischen L&#228;ndern. Die Motive (Stickerei aus Afghanistan) sind l&#228;nderspezifisch zugeordnet: Belgien (Kandaharstickerei), D&#228;nemark (Nachthimmel), Deutschland (Kreise), England (Teekanne/Gef&#228;&#223;e), Frankreich (V&#246;gel/Schmetterlinge), Italien (Obst/Gem&#252;se), Lettland (die K&#228;lte), Luxemburg (Farben rot/wei&#223;/blau),  Niederlande (Tulpen), &#214;sterreich (Berge), Schweiz (Kreuz), Spanien (Granatapfel), Tschechien (Friedenstaube), Ungarn (Leben am Wasser).</p>
<p>Auf diese Weise entsteht eine internationale Ausstellung, die bis 2012 durch Europa wandern wird.  </p>
<p><strong>Ziele der Ausstellung </strong><br />
Das <a href="http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/projekte/frauenprojekte/stickprojekt_laghmani.html">»Stickprojekt Laghmani«</a> durch den Verkauf der Quadrate zu unterst&#252;tzen und einem breiteren Publikum bekannt machen, ist eines der Anliegen der Ausstellung. Noch wichtiger aber ist es, aus diesem Anlass &#252;ber Afghanistan zu kommunizieren und zu einer Auseinandersetzung mit seiner Geschichte und seiner aktuellen Lage anzuregen. </p>
<p>Mehr Infos zur Ausstellung und zum Gesamtprojekt finden Sie unter <a href="http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/projekte/frauenprojekte/stickprojekt_laghmani.html">Stickprojekt Laghmani</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>»Afghanistan-Inspiration« in Wiesbaden</title>
		<link>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2009/10/16/afghanistan-inspiration-in-wiesbaden/</link>
		<comments>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2009/10/16/afghanistan-inspiration-in-wiesbaden/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 15:39:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascale Goldenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus Afghanistan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/?p=310</guid>
		<description><![CDATA[
Die Ausstellung  »Afghanistan-Inspiration« mit ca. 90 deutschen Einsendungen wird bei der Messe Kreativ Welt in Wiesbaden zu sehen sein. Dabei werden auch Stickereien zum Verkauf angeboten.
Wann und wo?
29. Oktober bis 01. November
Do-Sa 10-18 Uhr, So 10-17 Uhr
Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden
Halle 9, Fl&#228;che Nummer 928
Mehr Infos zur Ausstellung und zum Gesamtprojekt finden Sie unter Stickprojekt Laghmani.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/wp-content/uploads/2009/10/afg_insp_logo_wander.jpg" alt="afg_insp_logo_wander" title="afg_insp_logo_wander" width="400" height="160" class="aligncenter size-full wp-image-323" /></p>
<p>Die Ausstellung  »Afghanistan-Inspiration« mit ca. 90 deutschen Einsendungen wird bei der Messe <a href="http://www.kreativ-welt.info">Kreativ Welt</a> in Wiesbaden zu sehen sein. Dabei werden auch Stickereien zum Verkauf angeboten.</p>
<p><strong>Wann und wo?</strong><br />
29. Oktober bis 01. November<br />
Do-Sa 10-18 Uhr, So 10-17 Uhr<br />
Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden<br />
Halle 9, Fl&#228;che Nummer 928</p>
<p>Mehr Infos zur Ausstellung und zum Gesamtprojekt finden Sie unter <a href="http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/projekte/frauenprojekte/stickprojekt_laghmani.html">Stickprojekt Laghmani</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Deutsch-Afghanische Initiative verurteilt die NATO-Bombardierung der Nomaden von Karez Soltan bei Herat (Afghanistan)</title>
		<link>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2009/02/25/deutsch-afghanische-initiative-verurteilt-die-nato-bombardierung-der-nomaden-von-karez-soltan-bei-herat-afghanistan/</link>
		<comments>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2009/02/25/deutsch-afghanische-initiative-verurteilt-die-nato-bombardierung-der-nomaden-von-karez-soltan-bei-herat-afghanistan/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2009 09:58:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Adler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2009/02/25/deutsch-afghanische-initiative-verurteilt-die-nato-bombardierung-der-nomaden-von-karez-soltan-bei-herat-afghanistan/</guid>
		<description><![CDATA[Am Donnerstag, den 19.2.2008, erhielt die DAI von ihrem Vertreter f&#252;r Afghansitan aus Herat per e-mail die Nachricht, dass die Nomadensiedlung Karez Soltan bei Herat von der NATO bombardiert worden sei. Dabei seien 13 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, get&#246;tet worden. Die Meldung wurde inzwischen offiziell best&#228;tigt (tagesschau.de vom 24.2.09, focus.de vom 21.2.09, 17h14).

Die DAI [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstag, den 19.2.2008, erhielt die DAI von ihrem Vertreter f&#252;r Afghansitan aus Herat per e-mail die Nachricht, dass die Nomadensiedlung Karez Soltan bei Herat von der NATO bombardiert worden sei. <strong>Dabei seien 13 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, get&#246;tet worden.</strong> Die Meldung wurde inzwischen offiziell best&#228;tigt (tagesschau.de vom 24.2.09, focus.de vom 21.2.09, 17h14).<br />
<span id="more-47"></span><br />
Die DAI in Freiburg ist durch die Ereignisse besonders betroffen, da es sich bei Karez Soltan um eine Nomadensiedlung handelt, f&#252;r die im Herbst 2007 im Zuge einer Hilfsaktion Ziegen gekauft und an Nomadenwitwen verteilt worden sind, und wo au&#223;erdem w&#228;hrend der gro&#223;en K&#228;ltewelle im Winter 2008 durch Lebensmittellieferungen, die von Caritas international erm&#246;glicht waren, das &#220;berleben der Bev&#246;lkerung sicher gestellt wurde.</p>
<p>Die von unserem Vertreter vorgenommenen Ermittlungen ergaben, dass aus Karez Soltan 5 Jungen und M&#228;nner w&#228;hrend des Luftangriffs get&#246;tet wurden, au&#223;erdem 3 Frauen und 5 M&#228;dchen bzw. Kleinkinder. Ferner kamen 2 M&#228;nner aus Herat um, sowie 1 Bewaffneter. Diese 3 werden offenbar von den Amerikanern als Taliban bezeichnet. Unter Umst&#228;nden hatten sie in der Siedlung um &#220;bernachtung nachgesucht, was bekanntlich bei Nomaden niemandem abgeschlagen wird.</p>
<p>Die Nomaden haben bei der Aktion 280 Schafe, 15 Kamele und 60 Esel verloren, also einen Gro&#223;teil ihrer Existenzgrundlage. Die DAI hat versucht, in einem ersten Schritt eine Soforthilfe zu leisten, nachdem von anderer Seite bisher keinerlei Hilfe geleistet worden ist.</p>
<p>Der Vorstand der DAI ist zutiefst emp&#246;rt &#252;ber dieses sinnlose Bombardement, f&#252;r das es bisher keine offizielle Erkl&#228;rung gibt und das offenbar aus der Annahme heraus stattgefunden hat, es hielten sich Taliban im Ort auf. Der Luftangriff ist ein sinnloses Gemetzel unter der Zivilbev&#246;lkerung  und stellt durch die Vernichtung ihrer Tiere die Existenz der Nomaden mitten im ohnehin harten Winter in Frage.</p>
<p>Ein solches Verhalten der NATO-Truppen ist unvern&#252;nftig und unmenschlich. Es konterkariert alles Bem&#252;hen um Entwicklung und Aufbau und gibt die Arbeit einer Hilfsorganisation wie der unseren der L&#228;cherlichkeit preis. </p>
<p>Die DAI erwartet, dass der Vorgang von den zust&#228;ndigen afghanischen und NATO-Beh&#246;rden gr&#252;ndlich untersucht wird, dass eine Erkl&#228;rung und Entschuldigung erfolgen und dass den betroffenen Menschen wenigstens ein Ersatz f&#252;r die schweren materiellen Sch&#228;den geleistet wird, die sie erlitten haben.</p>
<p>Die DAI fordert die im Bundestag vertretenen Parteien auf, auf die Bundesregierung einzuwirken, dass sie ihrerseits bei den B&#252;ndnispartnern darauf dr&#228;ngt, eine neue Strategie zu entwickeln, durch die solche sinnlosen und unmenschlichen Ma&#223;nahmen unterbleiben, die in krassem Widerspruch zu allen Friedens- und Aufbaubem&#252;hungen stehen. Bombardements wie dieses, das leider kein Einzelfall ist, sorgen daf&#252;r, dass sich die Bev&#246;lkerung von NATO und Amerikanern und auch von ihrer derzeitigen Regierung abwenden. Milit&#228;rische Fehlleistungen wie im vorliegenden Fall und auch die folgenden unzureichenden Reaktionen der Beh&#246;rden f&#252;hren zum Gegenteil dessen, was man in Afghanistan erreichen m&#246;chte. Die Bev&#246;lkerung kann nur durch intensive und koordinierte Aufbauarbeit gewonnen werden.</p>
<p>Die Deutsch-Afghanische Initiative e.V. (DAI) ist als gemeinn&#252;tziger Verein eingetragen und finanziert sich &#252;ber Mitgliedsbeitr&#228;ge und Spenden. Die DAI hat in den Jahren 2001/2002 Nothilfeprojekte in l&#228;ndlichen Regionen Afghanstans durchgef&#252;hrt, konzentriert sich seit 2002 auf Aufbauprojekte u.a. im Bereich Bildung und Gesundheit. Unser Ziel ist es, f&#252;r die Bed&#252;rftigsten (z.B. Witwen und Kinder) Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und besonders dort zu helfen, wo bisher wenig Hilfe ankommt. Wesentliche Basis der Arbeit der DAI ist die Zusammenarbeit von Afghanen und Deutschen – gem&#228;&#223; unserem Motto: „Afghanen und Deutsche helfen zusammen“ – sowie der kontinuierliche Dialog mit der Bev&#246;lkerung vor Ort.</p>
<p><strong>AnsprechpartnerInnen: </strong><br />
Sarghuna Nashir-Steck, 1. Vorsitzende der DAI: Tel. 0175-7447979<br />
Peter Adler, 2. Vorsitzender der DAI : Tel: 0761-25990</p>
<p>Email: info@deutsch-afghanische-initiative.de </p>
<p><strong>Weitere Informationen</strong><br />
N&#228;here Informationen zu den Projekten der DAI finden Sie im Internet unter www.deutsch-afghanische-initiaitve.de .</p>
<p>Und zu der Bombardierung: http://paropamisus.blogspot.com</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lailuma braucht unsere Hilfe</title>
		<link>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2009/02/23/lailluma-braucht-unsere-hilfe/</link>
		<comments>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2009/02/23/lailluma-braucht-unsere-hilfe/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Feb 2009 13:17:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilhelm Druben</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktivitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Aus Afghanistan]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freunde der DAI,
heute kommen wir mit einem nicht ganz gew&#246;hnlichen Aufruf, den unsere sehr aktive Frau Goldenberg initiiert. Frau Goldenberg ist die Frau, die das Stick-Projekt mit einem unglaublich hohen pers&#246;nlichen Einsatz betreibt und nun f&#252;r ihre wichtigste Mitarbeiterin in Afghanistan einen Spendenaufruf macht.

Die DAI ist gerne bereit diesen Aufruf zu unterst&#252;tzen, ist doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freunde der DAI,</p>
<p>heute kommen wir mit einem nicht ganz gew&#246;hnlichen Aufruf, den unsere sehr aktive Frau Goldenberg initiiert. Frau Goldenberg ist die Frau, die das Stick-Projekt mit einem unglaublich hohen pers&#246;nlichen Einsatz betreibt und nun f&#252;r ihre wichtigste Mitarbeiterin in Afghanistan einen Spendenaufruf macht.<br />
<span id="more-45"></span><br />
Die DAI ist gerne bereit diesen Aufruf zu unterst&#252;tzen, ist doch Lailuma eine freie Mitarbeiterin der DAI in Afghanistan. F&#252;r Sie hoffen wir, dass sie bald wieder genesen wird. Sie k&#246;nne Ihre Spende auf unser Konto mit dem Stichwort „Lailuma“ &#252;berweisen und bekommen dann automatische eine Spendenquittung. F&#252;r spenden unter 100 Euro gilt Ihr Kontoauszug als ausreichender Beleg f&#252;r das Finanzamt.</p>
<p>Kontonummer: 166 58 405<br />
Volksbank Freiburg (BLZ: 680 90 000)<br />
Stichwort: Lailuma</p>
<p>Aber lesen Sie selbst, was Pascale Goldenberg sagen m&#246;chte.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;ssen</p>
<p>Wilhelm Druben (Kassenwart der DAI)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><strong>Spendenaufruf von Pascale Goldenberg f&#252;r Lailuma</strong></p>
<p>Hallo miteinander, dies ist eine Rundmail. Rundmails zum Stickprojekt schicke ich ab und zu, doch solch ein Appell ist noch nicht vorgekommen. Es geht um folgendes: Lailuma, die Projektbetreuerin ist krank.</p>
<p>Lailuma hat zwei Funktionen beim Projekt:<br />
1) In jedem Quartal f&#228;hrt sie f&#252;r 3 Tage nach Laghmani, zusammen mit Khaled (Khaled ist in dem Fall Chauffeur und Projektbetreuer), um die Quadrate abzuholen, die vorhergehende &#8220;Ernte&#8221; zu bezahlen, meine Kommentare sowie Sonderarbeiten den Stickerinnen vorzulesen bzw. zu erl&#228;utern, und die Materialpackungen (Stickgarne + Stoff) zu verteilen; f&#252;r die z.Z. &#252;ber 200 Stickerinnen werden daf&#252;r drei Tage ben&#246;tigt.</p>
<p>2) Dar&#252;ber hinaus f&#228;hrt sie als Projektbetreuerin dreimal im Monat nach Laghmani, ebenfalls mit Khaled als Chauffeur, um das Alphabetisierungsprojekt zu kontrollieren: zweimal f&#228;hrt sie ohne Vorank&#252;ndigung, um zu beobachten, wie der Unterricht abl&#228;uft*, das dritte Mal nimmt sie an den Vorbereitungsstunden der Lehrerinnen teil. Die 4 Lehrerinnen treffen sich 1 x im Monat, um den folgenden Monat vorzubereiten.</p>
<p>* 2 Stunden am Tag, 6 Tage in der Woche (Freitag ist frei), quasi keine Unterbrechung (nur Feiertage), 22 Monate lang. Die erste Runde wird Ende M&#228;rz 2009 zu Ende sein.</p>
<p>Lailuma ist seit l&#228;ngerer Zeit krank; die Aufenthalte im Afghanischen Krankenhaus sind immer h&#228;ufiger geworden. Ich habe sie auch zum deutschen Krankenhaus geschickt (jede kann dort hin, solange er bezahlen kann: eine Anmeldung kostet 100$, dann die Untersuchungen 125$ und Medikamente 65$: alles in knapp einer halben Stunde ausgegeben, wobei ein afghanischer Lehrer nicht mal 60$ im Monat verdient). Sie ist jetzt erstmal in Pakistan f&#252;r ein paar Wochen station&#228;r in Behandlung, dann ist die Rede davon, ob sie eventuell nach Deutschland kommt, um hier weiter-behandelt zu werden. Daf&#252;r f&#252;hre ich Gespr&#228;che mit dem Amt f&#252;r Migration/R&#252;ckkehrhilfe (mit dem sie zu tun hatte, bevor sie nach Kabul zur&#252;ckging, nach knapp 15 Jahren Aufenthalt in Deutschland) und dem DAAV (Deutsch-Afghanischen &#196;rzte Verein).</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich gibt es in Afghanistan keine Krankenkasse. Obwohl sie ihre Arbeit nicht immer erledigen konnte, habe ich sie trotzdem normal bezahlt und an Weihnachten ein gro&#223;z&#252;giges &#8220;Weihnachtsgeld&#8221; &#252;berreicht als &#8220;Zuschu&#223; f&#252;r Medikamente&#8221;. Mit dem Projektgeld bezahle ich die Kosten im Deutschen Krankenhaus. Dar&#252;ber hinaus kann man kaum absch&#228;tzen, in wie weit die DAI f&#252;r sie weitere Kosten &#252;bernehmen kann. Die DAI hat weitere Mitarbeiter im Raum Kabul und Herat, und bis jetzt wurde im Falle von Krankheit keine Unterst&#252;tzung gew&#228;hrt. Privat kann ich sie leider nicht finanziell unterst&#252;tzen. Aus diesen Gr&#252;nden kam ich auf die Idee, ein Appell &#8220;in die Welt&#8221; zu schicken.<br />
Wer sie unterst&#252;tzen m&#246;chte, kann es gerne tun. Auch sehr kleine Beitr&#228;ge sind willkommen.</p>
<p>Wenn sie Lailuma unterst&#252;tzen wollen, schicken Sie Ihre Spende bitte bis zum 10. M&#228;rz; danach ist die Aktion abgeschlossen, das Geld akribisch zusammengez&#228;hlt und an Lailuma &#252;berwiesen. Wer interessiert ist, kann gerne ab Mitte M&#228;rz fragen, wie viel zusammengekommen ist.</p>
<p>Lailuma war auch meine &#220;bersetzerin bei meiner letzten Reise; die n&#228;chste Reise ist f&#252;r Ostern dieses Jahres vorgesehen, aber es sieht so aus, als k&#228;me sie nicht zustande. Ohne &#220;bersetzerin kann ich mit den Stickerinnen nicht kommunizieren. Dazu kommt, dass meine Kollegen aus der DAI, wegen der weiterhin schwierigen politischen Lage, sich nicht damit anfreunden k&#246;nnen, mich abreisen zu lassen…</p>
<p>Vielen Dank f&#252;r die Aufmerksamkeit, bleiben Sie gesund!</p>
<p>Viele Gr&#252;&#223;e, Pascale Goldenberg</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Deutsch-Afghanische Initiative e.V. (VR: 3591, Amtsgericht Freiburg i.Br.)<br />
N&#228;geleseestr. 20, 79102 Freiburg<br />
email: info@deutsch-afghanische-initiative.de<br />
Tel.: 0761. 88 14 854</p>
<p>Kontonummer: 166 58 405<br />
Volksbank Freiburg (BLZ: 680 90 000)<br />
Stichwort: Lailuma</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Frau sein in Afghanistan</title>
		<link>http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/blog/2007/10/08/frau-sein-in-afghanistan/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Oct 2007 18:43:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dietlinde Quack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktivitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Aus Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr, dass wir im Augenblick Besuch aus Afghanistan haben: Aqela Nazari, die Leiterin des Frauenzentrums Shahrak und Ziba Ahmadi, Lehrerin im Frauenzentrum sind seit dem 3. Oktober zu Besuch in Deutschland. Sie werden im Oktober auf einer Vortragsrundreise in verschiedenen St&#228;dten Deutschlands – von Berlin &#252;ber K&#246;ln und Bonn bis Marburg, Karlsruhe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir freuen uns sehr, dass wir im Augenblick <strong>Besuch aus Afghanistan</strong> haben: Aqela Nazari, die Leiterin des <a href="http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/projekte/frauenprojekte/frauenzentrum_shahrak.html">Frauenzentrums Shahrak</a> und Ziba Ahmadi, Lehrerin im Frauenzentrum sind seit dem 3. Oktober zu Besuch in Deutschland. Sie werden im Oktober auf einer <a href="http://www.frauenrechte.de/tdf/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=573&#038;Itemid=126">Vortragsrundreise</a> in verschiedenen St&#228;dten Deutschlands – von Berlin &#252;ber K&#246;ln und Bonn bis Marburg, Karlsruhe und Ludwigsburg &#8211; unterwegs sein und &#252;ber die Situation der Frauen in Afghanistan im allgemeinen sowie &#252;ber das Frauenzentrum Shahrak im besonderen berichten. <span id="more-36"></span> In Freiburg machen sie am 19. Oktober Station.</p>
<p>N&#228;here Informationen zum Verlauf der Vortragsrundreise „Frau sein in Afghanistan“ und die genauen Daten zu Vortragsorten und Zeiten finden Sie auf der Internetseite von <a href="http://www.frauenrechte.de/tdf/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=573&#038;Itemid=126">Terre de Femmes</a>, die dankenswerter Weise die Reise organisiert hat.</p>
<p>Ziel der Reise ist es auch, um finanzielle Unterst&#252;tzung f&#252;r den Bau eines eigenen Frauenzentrums zu werben. Um dem Frauenzentrum einen festen und dauerhaften Ort in Shahrak zu geben, m&#246;chten Aqela Nazari und Ziba Ahmadi f&#252;r die Frauen ein eigenes Haus bauen. 20.000 Euro sind n&#246;tig, ein geeignetes Grundst&#252;ck zu kaufen und ein Zentrum zu bauen. Um den Bau realisieren zu k&#246;nnen, brauchen Aqela Nazari, Ziba Ahmadi und die vielen anderen Frauen in Shahrak Ihre Unterst&#252;tzung!</p>
<p>Wir w&#252;rden uns freuen, wenn Sie Zeit und Interesse h&#228;tten, zu einer der Veranstaltungen zu kommen.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
<strong>09. bis 22. Oktober 2007. Vortragsrundreise &#8220;Frau sein in Afghanistan&#8221;</strong></p>
<p>Die &#246;ffentlichen Veranstaltungen der Vortragsrundreise im Einzelnen:<br />
<strong><br />
Berlin: Di., 9. Oktober 2007, 18:30 Uhr: </strong><br />
Podiumsdiskussion in der Heinrich-B&#246;ll-Stiftung, Galerie, Hackesche H&#246;fe, Rosenthaler Str. 40/41. Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit medica mondiale und der Heinrich-B&#246;ll-Stiftung statt.<br />
Anfahrt mit den &#246;ffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der S-Bahn bis Hackescher Markt oder mit der U-Bahn-Linie 8 bis Weinmeisterstra&#223;e.</p>
<p><strong>Bonn: Do., 11. Oktober 2007,</strong> Uhrzeit wird noch bekannt gegeben, ca.17:00 Uhr:<br />
NRO-Fachgespr&#228;ch in der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonner Haus, Godesberger Allee 149, Sitzungssaal II, in Kooperation mit medica mondiale und WOMNET.<br />
Anfahrt mit den &#246;ffentlichen Verkehrsmitteln: Von Bonn Hbf. (tief) mit der Linie 16 oder 63 in Richtung Bad Godesberg bis Haltestelle &#8220;Max-L&#246;bner-Strasse &#8211; Friedrich-Ebert-Stiftung&#8221;</p>
<p><strong>K&#246;ln: Fr.,12. Oktober 2007, 20:00 Uhr: </strong><br />
Podiumsdiskussion in der Melanchthon-Akademie, Kart&#228;userwall 24b, in Kooperation mit der Frauenbeauftragten der Stadt K&#246;ln.<br />
Anfahrt mit den &#246;ffentlichen Verkehrsmitteln: Ab Dom/HBF Linie 16 der Stra&#223;enbahn bis Ulrepforte (http://www.melanchthon-akademie.de/34.html).</p>
<p><strong>Marburg: Mo., 15. Oktober 2007, 19:30 Uhr: </strong><br />
Podiumsdiskussion im Historischen Rathaussaal am Marktplatz in Kooperation mit dem Gleichberechtigungsreferat der Stadt Marburg.<br />
<strong><br />
Karlsruhe, Di., 16. Oktober 2007, 19:30 Uhr: </strong><br />
Podiumsdiskussion  im Internationalen Begegnungszentrum, Kaiserallee 12d, in Kooperation mit der Frauenbeauftragten der Stadt Karlsruhe und dem Int. Begegnungszentrum.</p>
<p><strong>Freiburg, Fr.,19. Oktober 2007, 20:15 Uhr: </strong><br />
Podiumsdiskussion im Heinrich-Hansjakob-Haus, Talstra&#223;e 29, in Kooperation mit dem Deutschen Frauenring.<br />
Anfahrt mit den &#246;ffentlichen Verkehrsmitteln: Linie 1 der Stra&#223;enbahn: Haltestelle Schwabentorbr&#252;cke, Linie 2 &#8211; 3 &#8211; 5: Haltestelle Johanneskirche.</p>
<p><strong>Ludwigsburg, Mo., 22. Oktober 2007, 19:30 Uhr: </strong><br />
Podiumsdiskussion im Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3, in Kooperation mit dem Dritte-Welt-Laden Ludwigsburg und B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen, Ortsgruppe Ludwigsburg.<br />
Anfahrt: http://www.landesarchiv-bw.de</p>
<p>Die Vortragsrundreise wird dankenswerterweise gef&#246;rdert durch Misereor, den Evangelischen Entwicklungsdienst und die InWEnt gGmbH aus Mitteln des BMZ.</p>
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		<title>Alles, was mit Euphorie in Afghanistan begann, endete im irdischen Jammertal.</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2007 12:53:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rateb Azimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[In Afghanistan h&#228;tte man lieber mit dem Aufr&#228;umen begin­nen sollen bevor man den Wiederaufbau in Angriff genom­men hat. Was nutzt der Wiederaufbau, wenn der Frieden in weiter Ferne liegt? Warlords, die durch ihre Gewehr-Macht das Land in Schutt und Asche gelegt haben, bestimmen heute &#252;ber die Geschicke des Landes. Der erste und schwerwiegen­de Fehler der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Afghanistan h&#228;tte man lieber mit dem Aufr&#228;umen begin­nen sollen bevor man den Wiederaufbau in Angriff genom­men hat. Was nutzt der Wiederaufbau, wenn der Frieden in weiter Ferne liegt? Warlords, die durch ihre Gewehr-Macht das Land in Schutt und Asche gelegt haben, bestimmen heute &#252;ber die Geschicke des Landes. <span id="more-34"></span>Der erste und schwerwiegen­de Fehler der US-Regierung war es, sich mit den Truppen der Nordallianz unter der F&#252;hrung der Jamiat-e Islami zusammen zuschlie&#223;en. W&#228;hrend das amerikanische Milit&#228;r die Inter­ven­tion weitgehend aus der Luft f&#252;hrte, waren es die Truppen der Nordallianz, die am 13. November die Macht in Kabul ein­marschierten. Dabei h&#228;tten die US-Regierung wissen m&#252;s­sen, dass Kompromisse und Allianzen mit Kriegsf&#252;hrern sel­ten von langfristigem Bestand in der afghanischen Ge­schich­te waren.</p>
<p>Es gibt ein afghanisches Sprichwort, das folgenderma&#223;en lautet: Es ist nicht m&#246;glich, dass man in den heiligen Krieg zieht, Sieger wird, den M&#228;rtyrer Tod sich erheischt, und an­schlie­&#223;end heil nach Hause zur&#252;ckkehrt. Das Mandat von ISAF beschr&#228;nkte sich zu Beginn auf den Raum Kabul, den Rest &#252;berlie&#223; man den Warlords und Kriegsf&#252;rsten. Auf diese Weise wurden sie ermutigt, sich aus ihrer Deckung vorzu­wagen und schrittweise ihre Machtstrukturen wieder auszu­bauen. Ihre neu gewonnene Macht verhinderte zudem, dass das Volk selbst mit den Kriegsverbrechern abrechnete. Selbst im Parlament konnten sie sich etablieren. Ein Gro&#223;teil der Kan­didaten war an Kriegshandlungen beteiligt und werden von Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch f&#252;r Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht. Die von der UNAMA vorgegebenen Kriterien f&#252;r die Zulassung der Kan­di­daten wurden von vielen ganz offensichtlich nicht erf&#252;llt. Dennoch unterlie&#223;en es UNAMA und die afghanische Regie­rung, diese Kandidaten von der Wahl auszuschlie&#223;en. Auch die europ&#228;ischen Regierungen und die US-Administration &#252;bten kaum Druck auf die Zust&#228;ndigen aus, die selbst aufge­stellten Verfahrensregeln auch konsequent durchzusetzen. Im Ergebnis hat dies dazu gef&#252;hrt, dass das Parlament heute von Gefolgsleuten und Anh&#228;ngern der Mudschaheddin-Gruppen kontrolliert wird. Mit ihrer ihre parlamentarischen Mehrheit haben sie vor wenigen Wochen unter dem Vorwand der na­tio­nalen Auss&#246;hnung in beiden Kammern des Parlaments ein Gesetzt verabschiedet, das ihre Beteiligung an Kriegs­ver­bre­chen von der Strafverfolgung ausnehmen w&#252;rde.</p>
<p>Afghanistan hatte nach der Vertreibung der Taliban gute Ausgangsbedingungen f&#252;r eine bessere Zukunft. Die Sympa­thie der Weltgemeinschaft war auf der Seite des afghanischen Volkes. Bedauerlicherweise hat die Hilfsbereitschaft der Inter­nationalen Gemeinschaft und deren finanzielle Unterst&#252;tzung in Milliardenh&#246;he nicht die breite Masse der Bev&#246;lkerung er­reicht. Korruption, Vetternwirtschaft, aber auch die Unzu­l&#228;ng­lichkeiten und mangelnde Kompetenz mancher ausl&#228;ndi­schen Organisationen waren die wesentlichen Gr&#252;nde hierf&#252;r.</p>
<p><strong>Wie sieht die gegenw&#228;rtige Lage in Afghanistan aus?</strong><br />
Zur Zeit erleben wir eine unselige Allianz zwischen Warlords, der Drogen-Mafia, den Taliban und den Nachbarstaaten. Der Anbau vom Opium ist explosionsartig angestiegen. Die Bauern in Afghanistan; die 70% der Bev&#246;lkerung des Landes ausmachen, werden von den Warlords und der Drogen-Mafia mit dem Anbau vom Opium beauftragt. Die gut gemeinte Hilfs­lieferung von Getreide und Weizen aus dem Ausland tragen das ihrige zu der Zunahme des Opium-Anbaus bei: durch die internationalen Hilfslieferung sind die Preise f&#252;r Weizen auf den einheimischen M&#228;rkten derart gesunken, dass der Weizenanbau nicht mehr das Existenzminimum der Bauern sichert. Opium ben&#246;tigt wenig Wasser, verdirbt nicht, hat geringe Lagerungskosten, und die Nachfrage bleibt konstant.</p>
<p>Der Erl&#246;s des Drogenanbaus geht in die Taschen von Schmugglern, der Drogen-Mafia und den Warlords. Selbst die Taliban finanzieren ihren Kampf gegen die Regierung und die Truppen der NATO aus diesen Opiumgeldern. Der Kampf der Regierung gegen den Anbau von Opium findet dort statt, wo die Bauern eher regierungsfreundlich gesonnen sind, und nicht dort, wo die Taliban Einfluss haben. Diese Ungleich­be­handlung f&#252;hrt weiter zum Unmut der Bauern.</p>
<p>Der Krieg, der in diesem Lande entfacht ist, ist ein Krieg zwischen der NATO und den bereits erw&#228;hnten Gruppen. Leid­tragende dieses Krieges ist wieder das einfache Volk, das nun seit drei&#223;ig Jahren nicht anderes kennt au&#223;er Krieg. Da­bei hatte man viel Hoffnung in die Regierung Karzai gesetzt. Viele, die als Fl&#252;chtlinge in Iran und Pakistan sich durch harte Arbeit eine Existenz gesichert hatten, kehrten Hals &#252;ber Kopf in ihre Heimat zur&#252;ck. Zu Beginn war das Investitionsklima euphorisch, was zu einer Zunahme der Arbeitspl&#228;tze gef&#252;hrt hat. Vor allem Exzilafghanen aus dem westlichen Ausland haben durch den Wiederaufbau ihrer H&#228;user, aber auch durch Investitionen im Industrie-Sektor zum wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen. Nach dem Motto, man investiert dort, wo sich eine Zukunftsperspektive biete, haben viele afgha­nische Investoren nach der Verschlechterung der Sicher­heitslage dem Land den R&#252;cken gekehrt. Die NATO-Soldaten, die hier stationiert sind, k&#246;nnen nicht als Motor der Wirt­schaft fungieren, da sie alle ihre Grundbed&#252;rfnisse, sogar das Trinkwasser, aus dem Ausland importieren, und aus Sicher­heits­gr&#252;nden die Basare nicht besuchen. Die Kaufkraft der breiten Masse wird immer schw&#228;cher, da Teile des Opium­geldes, das fr&#252;her im Lande ausgegeben wurde, heute im Ausland geparkt wird.</p>
<p>Demokratie, Pressefreiheit, Menschenrechte waren Be­griffe, die neu erlernt werden mussten. Fr&#252;her wurde ein Dieb durch Folter zum Gest&#228;ndnis gezwungen, heute gibt es eine Menschenrechts-Kommission. Die Wiedereinf&#252;hrung der Folter, um die Kriminalit&#228;t zu bek&#228;mpfen ist abwegig, klar ist jedoch, dass die Polizeiausbildung und -ausstattung verbes­sert werden muss, da die Schwelle der Kriminalit&#228;t bei an­dauernden Kriegen und Armut immer weiter sinkt. Es gibt eine erschreckende Zunahme der Kriminalit&#228;t, was wiederum zu Unzufriedenheit in der Bev&#246;lkerung f&#252;hrt und als Schw&#228;­che der Regierung ausgelegt wird. Manche sehnen sich nach der Zeit der Taliban zur&#252;ck, weil damals zumindest die Sicher­heit gew&#228;hrleistet war, auch wenn dies auf Kosten der elementaren Freiheiten ging. Heute ist es lebensgef&#228;hrlich mit dem Auto von Herat nach Kabul zu reisen.</p>
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		<title>Bericht von der Winterreise 2006/07 – Kabul</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2007 09:34:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascale Goldenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die erste Reise im Winter hat sich von selbst und zwangs­l&#228;ufig ergeben, weil ich im sch&#246;­nen Fr&#252;h­ling 2007 keine Zeit f&#252;r eine Reise vorsehen kann. Die euro­p&#228;ische Wander­ausstel­lung „F&#228;den verbin­den Frauen“, die parallel zum Stick­projekt l&#228;uft und f&#252;r die ich verant­wortlich bin, l&#228;uft ab Anfang Juni 2007 auf  Hoch­tour durch Europa, mit 10 Aus­stellungsorten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die erste Reise im Winter hat sich von selbst und zwangs­l&#228;ufig ergeben, weil ich im sch&#246;­nen Fr&#252;h­ling 2007 keine Zeit f&#252;r eine Reise vorsehen kann. Die euro­p&#228;ische Wander­ausstel­lung „F&#228;den verbin­den Frauen“, die parallel zum Stick­projekt l&#228;uft und f&#252;r die ich verant­wortlich bin, l&#228;uft ab Anfang Juni 2007 auf  Hoch­tour durch Europa, mit 10 Aus­stellungsorten bis Ende des Jahres <span id="more-33"></span>(sollten Sie die Route er­fahren wollen, mit allen Ter­minen, bitte per e-mail anfragen oder auf www.deutsch-afghanische-initiative.de nach­schla­gen). So eine durch eine Jury ausgew&#228;hlte Aus­stellung, bei der 222 Werke dabei sind, ist mit enorm viel Vorbe­reitungen ge­segnet. Also keine Zeit f&#252;r Afgha­nistan bis&#8230;</p>
<p>Trotzdem, und auch wenn keine gr&#246;&#223;e­ren Probleme im Wege lie­gen, ist es mir klar, dass die Be­treuung des Projekts verlangt, dass man regelm&#228;&#223;ig am Pro­jekt­ort sein muss. Au&#223;erdem ist Weeda, die fr&#252;here Kontaktper­son in Kabul und welche die Ver­bindung zu den Frauen ge­hal­ten hatte, jetzt von Kabul weg­ge­zogen. Leiluma hat diese Rolle als Be­treu­erin am Ort &#252;ber­nom­men. Auch sie ist jahre­lang in Deutsch­land zuhause ge­we­sen und geden­kt jetzt, ein neues Le­ben in Kabul wieder aufzu­bauen.</p>
<p>Wie kann man in der Zeit des heiligen Weihnachtsfestes seine Familie verlas­sen, um gerade in einem Land der islamischen Welt Weihnachten zu ver­bringen? F&#252;r viele meiner Bekannten und Ver­wandten gab es kein Verst&#228;ndnis daf&#252;r, und viele rieten mir ab. Termin­lich lie&#223; es sich aber nicht anders organi­sieren, da ich auch mit dem Termin­kalender meines Mannes jonglieren muss, damit jemand f&#252;r die Kinder zuhause ist. Ich w&#228;re auch gerne mit der Familie zusammen gewesen.</p>
<p><strong>Wie die Menschen schlottern</strong><br />
Kabul liegt auf 1800 m &#252;.M. und Lagh­mani in der Shomali Ebene noch etwas h&#246;her. Ich war ge­warnt, dass der Winter bitterkalt ist und hatte entsprechend aus­rei­chend vor­gesorgt, von Wolle-Unter­w&#228;sche bis Pelzjacke. Die Afghanen selbst ha­ben kaum mehr an als an den war­men oder hei&#223;en Tagen, gehen sogar wei­ter­hin bar­fu&#223; in Plastikschuhen durch den Schnee. Sie schlottern den ganzen Tag; dabei nehmen sie es so an, als ob es nichts da­gegen zu tun g&#228;be und sie daran nichts &#228;ndern k&#246;nnten. Aber z.B. in der lieben Fa­milie Hashimi, wo ich immer wieder unterge­bracht bin, gingen die Frauen den ganzen Tag barfu&#223;, haben st&#228;n­dig mit chro­nischer Bronchitis ge­hus­tet, aber obwohl sie doch Socken im Klamotten­koffer ha­ben, dachten sie nicht daran, sie anzuziehen. Die Haust&#252;r aus Metall war, genau so wie in den warmen Tagen, den gan­zen Tag sperr­angel­weit auf und da so­wie­so kein Fenster dicht schlie&#223;t, gab es einen perma­nenten Luft­zug, so dass im Haus die Tempe­ratur auf drei bis f&#252;nf Grad sank.</p>
<p>Nur wenige Zimmer waren w&#228;rmer: die winzige kleine K&#252;­che, und zwar weil die Frauen den ganzen Tag (auf dem Boden) kochen sowie das Wohnzimmer, wo gesessen, gegessen und ge­schlafen wird. In diesem ger&#228;u­migen Zimmer gab es einen Ofen aus Blech – bokhori -, der aus­schlie&#223;lich mit S&#228;gemehl funk­tioniert hat, und zwar gro&#223;artig. Ich war sehr beeindruckt zu se­hen, welche W&#228;rme eine relativ kleine Menge von S&#228;gemehl f&#252;r circa 10 Stunden spenden kann.<br />
Es gab auch eine Art Gestell, von einer dicken Steppdecke &#252;berzogen, die an den vier Seiten bis zum Boden reicht. Dieses Ge­stell diente gelegentlich als Tisch (sieht auch so aus wie ein niedri­ger, breiter Tisch), hat aber eine ganz andere Funktion: in den hohlen Raum unter der Decke wird eine Metalldose voller Glut hin­eingestellt. Die Menschen (haupt­s&#228;chlich die M&#228;nner), die im Winter gar nichts zu tun ha­ben, verbrin­gen Stunden lang sit­zend, eingeschl&#252;pft zwischen Sitzkissen und Steppdecke; dabei bleibt der Unterleib warm, der R&#252;cken aber muss sich mit den 3-5 Grad begn&#252;gen. Wenn Be­such da ist, hocken dann alle um diesen sandali.</p>
<p>Holz bleibt in Afghanistan sehr teuer, und viele k&#246;nnen sich gar keine M&#246;g­lichkeit zum Warm­machen leisten; so wie ich  wie­derholt in Laghmani fest­stel­len musste. Solchen Men­schen bleibt nur die M&#246;g­lichkeit, sich zwi­schen 10 und 15 Uhr, drau&#223;en an der Au&#223;erwand von der Sonne &#8211; wenn sie scheint &#8211; w&#228;rmen zu lassen.<br />
Diese vielen S&#228;tze &#252;ber K&#228;lte deuten darauf, wie fassungslos ich war, die Tat­sache festzustel­len, dass die Menschen frieren (und krank davon werden), aber das Problem nicht richtig an­packen oder ganz einfach igno­rieren.</p>
<p>Winter in Afghanistan bedeutet auch Schnee, und daran hatte ich &#252;berhaupt nicht gedacht. Gut, an dem Tag, wo ich kam, konnte das Flugzeug landen, was keine Selbst­verst&#228;ndlichkeit im Winter ist. Einige Tage hatte es den gan­zen Tag lang geschneit, wir haben uns trotzdem auf den Weg nach Laghmani gemacht. Da muss­te ich die bisher schlimms­ten &#196;ngste in Afghanistan durch­stehen. Auch zuvor hatte ich es, bei zwei Reisen, als gr&#246;&#223;tes Risiko einge­stuft, mit dem Auto unter­wegs zu sein (ob­wohl das Verhalten der Fahrer zwischen 2005 und 2006 sich erheblich ge­bessert hatte). Aber bei Schnee, der sich von  16 Uhr bis 10 Uhr morgens in Eis ver­wandelt, wird die Strecke Kabul – Charikar einem Schlacht­feld &#228;hnlich. Denn Autos haben selbst­ver­st&#228;nd­lich keine Winter­reifen, die Reifen sind total abge­nutzt und glatt. Dazu kommt noch das typische Mach­kampf-Fahrver­hal­ten der Afghanen. Am Tag da­rauf k&#252;ndigte ich an, Sti­ckerei sei sehr sch&#246;n, aber daf&#252;r m&#252;sse man nicht solche Risiken ein­gehen. Und so mach­ten wir einen Tag Pause. Ich werde auch nicht mehr im Winter dorthin reisen.</p>
<p><strong>Das Wiedersehen mit den Frauen und die Bezahlung der ersten Lieferung</strong><br />
Die zwei ersten Tage waren ganz dem Bezahlen der Frauen gewid­met.<br />
Seit dem Fr&#252;hling 2006 wird ein neues System der Bezahlung durch­ge­f&#252;hrt: die mit Quadraten bestickten T&#252;­cher werden von Leiluma und Khaled eingesam­melt und mir zugeschickt. Ich bin diejenige, die in Freiburg die Lie­fe­rung auspackt, registriert, die Quadrate nachz&#228;hlt und die Preise macht. Anhand dieser Lis­te wei&#223; ich, welche Menge Geld nach Kabul vom Schatzmeister &#252;ber­wie­sen werden muss. Alle diese Infos werden in einer Ta­belle ge­sam­melt, die wiederum nach Kabul ge­schickt wird. Khaled kann dann Geld ab­heben und zu­hause den Lohn f&#252;r jede Stickerin richten. Als ich im Dezember kam, wusste ich also, wie viel die Frauen f&#252;r die im Oktober ge­sammelten T&#252;cher zu bekommen hatten. Dieses Geld ver­teilte ich als erstes und an den n&#228;chsten zwei Tagen. Ohne es geahnt zu haben, war es h&#246;chst angebracht, da alle sich f&#252;r das Id-Fest (siehe unten) vor­be­rei­teten, was auch zus&#228;tzliche finan­zielle Aus­gaben bedeutet. Noch lange hatte ich das Gef&#252;hl, dass mir an diesen Tagen das Beste im Jahr gelun­gen war.</p>
<p><strong>Wie es bei der 2. Runde ging</strong><br />
Dann begann die zweite Runde mit einer gewissen Zielstrebig­keit, da ich ver­standen hatte, dass das Id-Fest kommt und an diesen Tagen die Frauen nicht besucht werden k&#246;nnen, und dass auch keiner f&#252;r mich zur Verf&#252;gung stehen kann (die zwei Fahrer und die Dolmet­scherin). Niemand von meinen af­gha­ni­schen Freun­den in Deutsch­land hatte daran gedacht, mir zu sagen, mein Auf­enthalt liege ge­rade in dieser Zeit (was auch nichts ge&#228;ndert h&#228;tte).<br />
Es ging darum, die T&#252;cher ein­zu­sam­meln und dabei systema­tisch zu kom­men­tieren, damit die Sticke­rin besser versteht, was ich interessant oder im Gegenteil lang­weilig finde. Dies ist die span­nendste T&#228;tigkeit des Projek­tes: ver­suchen, in eine Richtung zu lenken, aber trotzdem dabei eine relativ gro&#223;e Frei­heit f&#252;r die Entwicklung des Eigen­poten­tials offen zu lassen. Mir geht es im­mer darum, dass die Stickerin ihre Stick-Handschrift findet und pflegt.<br />
An diesen Tagen wurde der Ge­rechtig­keit wegen in einem Dorf­teil Laghmanis, wo noch nie­mand gestickt hatte, eine Pr&#252;fung f&#252;r Frauen und M&#228;dchen durch­ge­f&#252;hrt, und zwar weil sie danach ge­fragt hatten. In den anderen Dorfteilen und obwohl weitere Frauen regelm&#228;&#223;ig auf mich zu kamen, mit der Bitte eben­falls sticken zu k&#246;nnen, blieb ich sehr stur und machte weitere Pr&#252;fun­gen nur bei M&#228;dchen. Die j&#252;n­geren sind 10 Jahre, und als M&#228;d­chen gelten sie bis zur Hoch­zeit.<br />
Die Pr&#252;fungen wurde folgen­derma&#223;en abgewickelt: am ersten Tag wird Mate­rial (Stoff, Stick­garne und Stickrahmen) verteilt, sowie erz&#228;hlt, worum es geht (was sie schon wissen) und was die DAI ist (sie wissen nur, dass dieser Tr&#228;ger in Deutschland ist). Die M&#228;dchen d&#252;rfen dann zu Hause sticken, aber nur eine H&#228;lfte des Quadrats. Damit kom­men sie am Tag darauf wieder. Es wird dann bis zur Fertigung des Quadrats im Raum gestickt, damit ich &#252;ber­pr&#252;fen kann, ob tat­s&#228;chlich das gleiche M&#228;dchen vorge­stickt hatte. Es sind jetzt insgesamt 267 M&#228;d­chen und Frauen, die mit einem Vertrag mit­sticken.</p>
<p><strong>Id al-Adha, Id-Fest oder Opferfest</strong><br />
Das Id-Fest, auch Gro&#223;es Fest genannt, hat in der islamischen Welt einen &#228;hn­lichen Stellenwert wie Weihnachten im Westen. Der Anlass diese Festes ist eine Er­z&#228;hlung aus dem Koran: Gott for­dert Abraham auf, seinen Sohn als Zeichen seines Gehorsams zu opfern. Im letzten Augenblick verzichtet Gott jedoch auf das Opfer und l&#228;sst statt des Jungen ein Schaf opfern. Daran wird er­innert, indem an diesem Tag von vielen Familien ein Schaf gekauft wird, das nach den religi­&#246;sen Re­geln geschlachtet und gemein­sam verzehrt wird. Ein Drittel des Flei­sches erhalten Bed&#252;rftige, ein weiteres Drittel die Verwandt­schaft, das letzte Drittel verzehrt man selbst (nach KNAURS Taschenbuchlexikon ISLAM).<br />
Und so lief es auch ungef&#228;hr ab, aber nicht ganz: 4 Tage lang be­suchen sich die Afghanen inner­halb der Familie gegenseitig (ich habe mich immer ge­fragt, wie sie wissen, dass tats&#228;chlich jemand zu Hause ist?). &#220;ppige Geb&#228;ck­teller, unserem Weihnachtsge­b&#228;ck sehr &#228;hnlich (!), wer­den den Be­suchern im­mer ange­boten (zu­s&#228;tzlich zum Tee, selbst­ver­st&#228;nd­lich). Fleisch wur­de viel ge­ges­sen, und zum Fr&#252;h­st&#252;ck als Suppe (die F&#252;&#223;e vom Schaf!). Die Fami­lie Hashimi kann, wie viele an­dere Fami­lien, kein gan­zes Tier schlachten lassen, und so wurden im Bazar nach Bedarf St&#252;cke Fleisch gekauft.</p>
<p>An diesen Tagen hielt ich mich et­was zur&#252;ck, hatte auch ausrei­chend zu tun: einmal die Preise f&#252;r alle eingesam­mel­ten T&#252;cher fest­zu­legen, und entsprec­hend die Briefumschl&#228;ge zu f&#252;llen. F&#252;r jede Stickerin musste erneut fest­gelegt werden, wie viele Quadra­te sie in Zu­kunft sticken kann. Weil die ge­samte Menge an Qua­draten enorm wird (um die 4&#8242;000 Qua­drate pro Trimester kann ich in Europa absetzen, mehr ist mit mei­nem All­tag nicht zu vereinba­ren), muss­te ich Ma&#223;nahmen zur Be­schr&#228;n­kung tref­fen: Die neu da­zu gekommenen Frauen sowie die sehr jungen M&#228;dchen d&#252;rfen nur 10 Quadrate sticken, die &#228;lte­ren M&#228;d­chen, die auch l&#228;nger beim Projekt sind, 20 St&#252;ck. Das war sehr schmerz­haft, da sie vor­her teilweise 30 oder so­gar mehr sticken durften. Schade auch f&#252;r das Projekt, weil sie teilweise so gro&#223;­artig sticken, dass keiner glauben w&#252;rde, ein junges M&#228;d­chen habe dies gestickt. Ich habe ich auch darauf ge­achtet, ob mehrere in einer Familie sticken oder nur eine (Mutter und T&#246;ch­ter, z.B.). Ich habe es eher bei den M&#252;tter gelassen (so lange die Qua­lit&#228;t gestimmt hat), dass sie weiterhin so viele Quadrate sti­cken d&#252;rfen; sie sind die­je­ni­gen, die f&#252;r die Familie auf­kom­men m&#252;s­sen und ihre M&#228;d­chen, die eventuell mitsticken, behalten das Geld f&#252;r sich selbst.</p>
<p>An diesen Tagen zu Hause habe ich auch f&#252;r jede einen Beutel mit Stoff und Garn ge­richtet, eine Arbeit, die wir sonst in Freiburg, zu mehreren und &#252;ber 2 Tagen erledigen.<br />
In dieser Zeit fiel auch die Erh&#228;n­gung von Sadam Hussein. Als Westliche habe ich mich ge­sch&#228;mt, dass gerade diese Feier­tage f&#252;r die Hinrichtung ausge­sucht worden waren. Sicherlich m&#246;gen ihn auch nur wenige Men­schen in Afghanis­tan, aber er war ein Moslem, und die Solidarit&#228;t ist zwangsl&#228;ufig vorhanden. Muss die Provokation so weit gehen? Auf diese Art und Weise werden wir doch niemals auf einander zukom­men.</p>
<p><strong>Die 3. Runde und der Abschied</strong><br />
Bezahlt wurde dann, das zweite Mal innerhalb von 10 Tagen, also praktisch soviel wie in einem halb­en Jahr zusam­men. Das hei&#223;t auch, dass die Frauen erst wieder im Juni bezahlt werden, also eine lange Zeit zu &#252;berbr&#252;cken haben. Ob sie das Geld gut einteilen werden bzw. mit so viel Geld um­gehen k&#246;nnen? Material wur­de verteilt und auch ange­k&#252;ndigt, welche Menge f&#252;r jede zugelas­sen ist. Der Wettbewerb unter all die­sen Frauen ist gro&#223;, und das ak­zep­tieren sie vern&#252;nftigerweise auch, wohl wissend, dass so viele mitwirken. Es gilt: Wer gut stickt, kann 10 Quadrate mehr be­kom­men, wer nicht gut ge­stickt hat, be­kommt 10 Quadrate weniger zu sticken beim n&#228;chsten Mal. Wer immer weiter absinkt, bei dem wird der Vertrag been­det. So war das auch tats&#228;chlich bei 12 Frau­en. Es war ganz schlimm, ihren Ver­trag entzwei rei&#223;en zu m&#252;s­sen. Nur zwei haben einge­stan­den, dass sie nicht gut genug sticken k&#246;n­nen.<br />
Es k&#246;nnte klingen, wie wenn Leiluma und ich von Frau zu Frau gehen w&#252;rden. So ist es aber nicht. Wir treffen uns an einem Tag -jeden Tag woanders- bei ei­ner Frau, die gro&#223;z&#252;gigerweise ihr Wohnzimmer zur Verf&#252;gung stellt. Dazu kommen die Frauen vom entsprechenden Dorfteil. Im Dorf­teil Qala-i-kuna waren wir bei Shabana untergebracht. Sie ist seit anderthalb Jahren, trotz ihrer Ju­gend &#8211; 22 vielleicht -, die so ge­nan­nte Dorf­&#228;lteste. Den Dorf­&#228;ltes­ten mit seinem Rat gab es schon immer in Afghanistan, es geht um eine M&#228;nnerver­samm­lung. Doch seit kurzer Zeit, und vom Frau­en­ministerium ver­ab­schiedet, gibt es in jeder Ge­meinde bzw. in jedem Dorfteil einen Frauenrat. Gibt es „Frauen­pro­ble­me“, werden diese an Sha­bana heran­ge­tragen, die mit ih­rem Rat nach einer L&#246;sung sucht. Ist sie nicht greif­bar, spricht Sha­bana allein weiter mit dem Rat der M&#228;nner. </p>
<p>Dar&#252;ber hinaus war sie k&#252;rzlich 22 Mo­nate lang die Lehrerin im Dorfteil, die ein Lernprogramm der USAID durch­ge­f&#252;hrt hat: f&#252;r 25 M&#228;dchen zwischen 12 und 22 hat sie an f&#252;nf Tagen in der Wo­che zwei Stunden am Tag Schrei­ben, Lesen, Mathematik und Koran­kunde unterrichtet. Die Sch&#252;lerinnen sind junge Frauen, die nie in die Schule gegangen  waren und sie auch nie besuchen wer­den, weil sie jetzt zu alt sind oder der Weg zur Schule zu weit ist. Nach einem Gespr&#228;ch mit Shabana hat sich heraus­gestellt, dass in diesem Dorf­teil sowie an­deren Teilen Lagh­manis weiter­hin Be­darf w&#228;re, auch wenn das USAID-Programm abgeschlos­sen ist. Wir, bei der DAI, haben be­schlossen, das Pro­gramm in die­ser gelungenen Form (auch mit dem vorhandenen Lern­mate­rial mit Einverst&#228;ndnis der Ame­ri­kaner) in jedem Dorfteil Lagh­manis zu wieder­holen. Die ent­spre­chenden f&#252;nf L&#246;hne f&#252;r die 22 Monate werden vom Gewinn des Quadrat­verkaufs bezahlt.</p>
<p>Allgemein sticken die Frauen tech­nisch immer besser, aber auch ihre Motive werden immer leben­diger und charakter­voller. Es ist f&#252;r mich immer wieder eine gro&#223;­artige &#220;berraschung fest­stel­len zu k&#246;nnen, was Frau­en, die keine Schul­aus­bildung haben, die zwei Jahr­zehnte auf der Flucht gewe­sen sind und ums &#220;ber­leben k&#228;mp­fen mussten, die wahn­sin­nige Dramen miter­lebt und die letz­tlich kaum Kon­takt zur Au­&#223;en­welt haben, was diese Frauen an k&#252;nstleri­schem Poten­tial be­sit­zen. Welch eine Fan­tasie und teil­weise k&#252;nst­le­rische Frei­heit sie zum Aus­druck bringen k&#246;n­nen! Und wie sie auf ihrer Tradition basie­rend doch schnell einen kon­kre­ten zeit­gen&#246;ssischen Weg der Aus­druck­form finden k&#246;nnen.<br />
Ich meine, so etwas sollten viele in Europa erfahren und et­was daraus lernen.</p>
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