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	<title>Blog der Deutsch Afghanische Initiative &#187; Anne Hermes</title>
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		<title>Reise nach Afghanistan</title>
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		<pubDate>Thu, 18 May 2006 17:11:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Hermes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Sachbericht und pers&#246;nliche Eindr&#252;cke von Anne Hermes (2006)

Ankunft im staubigen Kabul. Die Hauptverkehrsstrassen sind gr&#246;&#223;tenteils asphaltiert, alles andere unbefestigt, uneben, wird auch bei nur wenig Regen glitschig. Unbefestigte Strassen in der f&#252;r 1 Mill. Menschen konzipierten, jedoch inzwischen 4 Mill. Menschen fassenden Stadt sind Pisten. Staub legt sich auf die angebotenen Waren am Stra&#223;enrand, auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sachbericht und pers&#246;nliche Eindr&#252;cke von Anne Hermes (2006)<br />
</strong><br />
Ankunft im staubigen Kabul. Die Hauptverkehrsstrassen sind gr&#246;&#223;tenteils asphaltiert, alles andere unbefestigt, uneben, wird auch bei nur wenig Regen glitschig. Unbefestigte Strassen in der f&#252;r 1 Mill. Menschen konzipierten, jedoch inzwischen 4 Mill. Menschen fassenden Stadt sind Pisten. Staub legt sich auf die angebotenen Waren am Stra&#223;enrand, auch wenn zum Verzehr gedacht. In der Nacht wird der aufgewirbelte Staub zu Nebel,  sind die Scheinwerfer der Autos im chaotischen Verkehr nur tr&#252;be Spots.<span id="more-21"></span></p>
<p>Geschlachtet wird am Stra&#223;enrand, das Blut und der Inhalt der Eingeweide der Tiere flie&#223;en in die offenen Kan&#228;le, das Fleisch wird, ebenso wie alles andere, am Stra&#223;enrand feilgeboten &#8211; schon ein Plus, wenn nicht in unmittelbarer N&#228;he eine Toilette eines Wohnhauses durch eine kleine &#214;ffnung in der Mauer die F&#228;kalien auf den Gehweg sp&#252;lt, wie es &#252;blich ist.</p>
<p>Verkehrschaos – keine funktionierenden Ampeln – wer w&#252;rde die auch beachten? Das Pfeifen der Verkehrspolizisten geht im Gehupe unter. Zwischen den Autos im Stau – und den darf man sich nicht geordnet vorstellen – da wird geschoben, gedr&#228;ngelt, unmittelbar beschleunigt, wenn sich eine L&#252;cke auftut.Kinder. Sie bieten Kaugummis, Fensterwischen, Telefonkarten an. Ich kenne solche Bilder auch aus anderen L&#228;ndern, aber so massiv sah ich Kinder noch nie den Gefahren dr&#228;ngelnder Autos und grau-schwarzen Abgasen ausgesetzt. Das Ganze auf einer H&#246;he von 1800m &#252;.M. – meine Bronchien f&#252;hlen sich nicht wohl! Ich werde in den folgenden Tagen noch einige Male erleben, wie viel Zeit es braucht, sich in dieser Stadt fortzubewegen. </p>
<p>Pascale und ich werden von Naser und seiner Familie herzlich empfangen und genie&#223;en in den folgenden Tagen und Wochen eine au&#223;ergew&#246;hnlich herzliche Gastfreundschaft &#8211; gleich zu welcher Tageszeit wir heimkommen: immer steht Tee f&#252;r uns bereit, wird uns etwas zu essen gezaubert. Vielen Dank daf&#252;r!! Und es ist eine gro&#223;e Bereicherung, so am Familienleben teilhaben zu d&#252;rfen und damit viel &#252;ber das Miteinander in dieser Kultur und Gesellschaft erfahren zu d&#252;rfen. Diese Offenheit war ein ganz besonderes Geschenk.</p>
<p><strong>Themen f&#252;r die folgenden 15 Tage</strong><br />
- Eine Art screening der von einer Vergr&#246;&#223;erung der Schilddr&#252;se betroffenen Frauen in Laghmani, Sofian und Karaka<br />
- Gesundheitsaufkl&#228;rung, besonders bei Verwendung von Jodsalz<br />
- Abkl&#228;rung von Behandlungsm&#246;glichkeiten &#8211; und damit Einblick in das Gesundheitswesen.<br />
- Organisation einer Fortbildung f&#252;r 6 LehrerInnen der Schulen Laghmani und Balaghil in Gesundheitserziehung<br />
- Besuch des Zentrums f&#252;r regenerative Energie in Betmoschg und der Ausbildungswerkstatt in Kabul<br />
- Besuch in Herat<br />
- Pflege der Schulpatenschaft Schaidai,<br />
- Besuch der Schule Gebrail und des Frauenzentrums Sharak<br />
- Einblick in die Arbeit von Naeem<br />
- Einblick in die Arbeit von Khaled</p>
<p>Unser Vorhaben, Jodsalz zu verteilen, werden wir nicht umsetzen. Dieses wird bereits in vielen Haushalten verwendet, eine staatliche Informationskampagne hierzu begann etwa vor einem Jahr mit Fernseh- und Radiospots. Das Wissen um den Zusammenhang Jodsalz &#8211; Schilddr&#252;se ist in den D&#246;rfernsehr unterschiedlich. Wir nutzen die Zusammenk&#252;nfte mit den Frauen – und in Karaka auch mit den &#196;ltesten – um &#252;ber die Wichtigkeit des Jodsalzes zu sprechen, Folgen von Dysfunktionen der Schilddr&#252;se zu informieren Insbesondere appellieren wir an die Frauen im geb&#228;rf&#228;higen Alter, im Hinblick auf m&#246;gliche Folgesch&#228;den f&#252;r ihre Kinder, Jodsalz zu verwenden. Einige Frauen berichten von Kindern, die nicht laufen k&#246;nnten. Die bisherige katastrophal schlechte medizinische Versorgung l&#228;sst keine Festlegung auf eine m&#246;gliche Ursache zu – eine Schilddr&#252;sendysfunktion kann EINE m&#246;gliche Ursache sein. Ein Teil der Betroffenen war bereits in Behandlung, wobei sie offenbar keine gezielten Schilddr&#252;sentherapeutika erhielten und, wenn &#252;berhaupt, nur vor&#252;bergehend Besserung ihrer Beschwerden erfuhren.</p>
<p>Bis zu meiner Abreise gelingt es uns, f&#252;r 11 Betroffene eine Blutuntersuchung der Schilddr&#252;senhormone durchf&#252;hren zu lassen. Der Transport von Laghmani nach Kabul wurde von der DAI finanziert. Inzwischen liegen mir die Resultate per Fax vor: 10 Personen werden eine medikament&#246;se Therapie &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum ben&#246;tigen, bevor entschieden werden kann, ob evtl. ein operativer Eingriff notwendig ist. Das wird alles eine Entscheidung der &#196;rzte in Kabul sein. Ich werde mit Khaled im Austausch bleiben, der die weitere Betreuung der Patienten organisiert.</p>
<p>Eine OP w&#228;re theoretisch im Maiwand-Krankenhaus in Kabul m&#246;glich. Rein theoretisch w&#228;re so ein Eingriff kostenlos, in der Praxis sieht es leider so aus, dass die Patienten alles, was f&#252;r die OP an Medikamenten und Verbrauchsmaterial ben&#246;tigt wird, auf dem Bazar kaufen m&#252;ssen. D.h. eine Operation ist nur f&#252;r die m&#246;glich, die es sich leisten k&#246;nnen. Au&#223;erdem m&#252;ssen die hilfsbed&#252;rftigen Menschen mit der allgegenw&#228;rtigen Willk&#252;r und Herzlosigkeit des Krankenhauspersonals umgehen k&#246;nnen. Wir wurden Zeuge, dass eine Strumapatientin, die mit Mann und Kind von der pakistanischen Grenze angereist war, also eine Reise von mehr als 200 km hinter sich hatte, um die speziellen Bluttests durchf&#252;hren zu lassen (eine Sache von 2 Minuten ), abgewiesen wurde. Sie solle in 20 Tagen wiederkommen. Es gab keinen Grund, sie abzuweisen.</p>
<p>Hier k&#246;nnten sich noch vielerlei Eindr&#252;cke anschlie&#223;en&#8230; F&#252;r mich pers&#246;nlich war bereits im Vorfeld klar, dass das Thema Schilddr&#252;se ein SEHR spezielles ist. Die wirkliche verbreiteten – und f&#252;r die Frauen immer noch lebensbedrohlichen medizinischen Probleme – werden in kurzen Befragungen deutlich:</p>
<p>- viele Frauen berichten von Fehlgeburten<br />
- viele Schwangerschaften &#8211; in kurzen Abst&#228;nden<br />
- Todesursache von S&#228;uglingen und Kleinkindern: Durchfallerkrankungen, Windpocken, usw.<br />
- viele Frauen berichten von schnell eintretender Ersch&#246;pfung – sie leiden an Blutarmut, was ihr Immunsystem sehr schw&#228;cht, d.h. sie sind sehr anf&#228;llig f&#252;r Infektionskrankheiten wie z.B. Tuberkulose.</p>
<p>Der gr&#246;&#223;ere Teil der Entbindungen findet zwar inzwischen im Krankenhaus in Charikar statt. Die Frauen, die zu Hause entbinden, m&#252;ssen dies h&#228;ufig unter schlechten Hygiene-Bedingungen tun. Immerhin scheint aber bei den traditionellen<br />
Geburtshelferinnen ein Minimum an Hygieneverst&#228;ndnis vorhanden zu sein: sie wissen um die Bedeutung des H&#228;ndewaschens, benutzen bei jeder Geburt eine neue Rasierklinge zur Durchtrennung der Nabelschnur. Die Lebenserwartung der Menschen in Afghanistan verbesserte sich seit 2001 von 38 auf nun 42 Jahre. Die Kindersterblichkeit ist aber immer noch eine der h&#246;chsten in der Welt.</p>
<p>Der Aufenthalt auf dem Land hat sehr gut getan, trotz aller Geschichten, die hier von den Menschen getragen werden. In jeder Familie gibt es Tote durch die Kriege zu beklagen. Viele sind durch die Kriege traumatisiert. In dieser Idylle mag man die Geschichten von den V&#228;tern und Gro&#223;v&#228;tern, die von den Taliban vor den Augen ihrer Kinder grausam gefoltert und get&#246;tet wurden, oder die von den Russen verschleppt wurden und nie wieder auftauchten, nicht an sich heranlassen. </p>
<p>All das fruchtbare Gr&#252;n, Rinder als Zeichen eines gewissen Wohlstandes, &#252;berall auf den Feldern wird gearbeitet. Leider war es Anfang April noch einmal sehr kalt, einige Gem&#252;se m&#252;ssen wegen Frostsch&#228;den neu ausges&#228;t werden. Ein tr&#228;chtiges Rind kostet etwa 23.000 Afghani. Das ist der gleiche Preis wie f&#252;r ein neues 125ccm Moped, nicht ganz 400 €.</p>
<p>In den drei D&#246;rfern k&#246;nnen die Sinne gar nicht alles Sch&#246;ne erfassen: die Baumreihen, die die schmalen, gewundenen Pfade zwischen den Geh&#246;ften und Kan&#228;len beschatten, das leise gurgelnde Wasser &#252;berall, das K&#252;hle und Erfrischung bringt, die Lehmgeb&#228;ude, die die Ger&#228;usche abfedern, dieses besondere Licht &#8211; so ein friedlicher Ort  Selbst die Ruinen, die an die kriegerischen Zeiten erinnern, selbst die gr&#252;nen Fahnen auf den Gr&#228;bern der Gefallenen f&#252;gen sich ein in das Bild, dass die Menschen hier wieder Fu&#223; gefasst haben.</p>
<p>Besonders freuen uns die vielen, vielen gez&#252;chteten und in sorgf&#228;ltig eingefassten Beeten gepflanzten Blumen in der Laghmani-Schule &#8211; hier ist ein wirklich sch&#246;ner Garten f&#252;r die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen entstanden, in dem sie sich offenbar gerne aufhalten! Besondere Aufmerksamkeit verdient die Konstruktion, mit der die Blumenzucht gegen Diebstahl gesch&#252;tzt wurde: ausrangierte Stahlgestelle von nicht mehr nutzbaren Schulm&#246;beln werden zu einem Gew&#228;chshaus zusammengef&#252;gt.</p>
<p>Inzwischen gibt es ausreichend Trinkwasserbrunnen in den D&#246;rfern, und nur noch das Brauchwasser wird aus den Kan&#228;len und aufgestauten T&#252;mpeln geholt. Kleine Fortschritte! In Laghmani gibt es einen Generator, f&#252;r jede angeschlossene Gl&#252;hbirne zahlt man f&#252;r den Strom in den Abendstunden 5 Afgh/Monat (10 Cent).</p>
<p>&#220;berall fallen einem die Minenopfer auf.  Die Region Charikar war Frontlinie w&#228;hrend des Krieges mit den Russen, Hauptkampfgebiet, hier stand nichts mehr, &#252;berall waren Minen. Wir w&#252;rden gerne eine kurze Zeit des Wartens auf den Direktor der Laghmani &#8211; Schule mit einem Spaziergang ausf&#252;llen &#8211; doch Naser und Khaled sind wachsam genug an die Minengefahr zu erinnern, die kurz hinter dem Schulgel&#228;nde lauert &#8211; ich hatte daran gar nicht mehr gedacht. Also bleiben wir etwas verloren stehen. Diese Art der Einschr&#228;nkung unserer Freiheit ist sehr beklemmend. Wir m&#246;chten gerne das Fach Gesundheitserziehung in den Schulen Laghmani und Balagil etablieren. Da ist Einiges an Vorarbeit notwendig, da es dies in dieser Form bisher im Land nicht gibt. Aber auch hier sind Nasers Kontakte wertvoll &#8211; und die Tatsache, dass in diesem Land sicher jemand aus der Familie von einem, den man kennt, jemanden kennt, der einem noch einen Gefallen schuldet, oder noch besser: ist das nicht auch ein Vetter von&#8230;</p>
<p>CARE int. ist dabei u.a. f&#252;r die Provinz Parvan Lehrerfortbildungen zu organisieren. Bis zur Durchf&#252;hrung wird es etwa noch zwei Monate brauchen. CARE ist bereit, auch kleine NGO`s an ihrem Programm partizipieren zu lassen. Momentan gibt es Lehrer/innen mit und ohne akademische Ausbildung. Diejenigen, die in den vergangenen Jahren ohne Ausbildung eingestellt wurden, werden nun nach und nach durch Lehrer/innen ersetzt, die in der Zwischenzeit eine universit&#228;re Ausbildung erhalten haben. Zu den Fortbildungen werden nur die zugelassen, die eine Ausbildung haben. Das bedeutet: w&#252;rden wir im Moment Fortbildungen (m&#252;hsam organisieren und) finanzieren f&#252;r Lehrer/innen, die u.U. bald ausscheiden, w&#228;re unser Geld evtl. nicht gut eingesetzt &#8211; sieht man vom pers&#246;nlichen Vorteil der Einzelpersonen ab. Rateb berichtet von einer Lehrerin in Schaidai, die schon ersetzt wurde und jetzt selbst noch einmal zur Schule geht (es gibt wohl Einrichtungen f&#252;r Erwachsene ) &#8211; also auch f&#252;r diesen Kreis kann es irgendwie weitergehen.</p>
<p>Das Anliegen, Lehrer in health- education auszubilden, k&#246;nnen wir bei einem Treffen mit Fr. Sadat, einer Parlamentsabgeordneten der Provinz Parvan und Schulbeauftragten, vorbringen. Zwischen permanentem Handy-klingeln, Hereintreten der n&#228;chsten Bittsteller, die sich, wie das &#252;blich ist, hinsetzen (sich jedoch zur&#252;ckhalten und nicht, wie sonst, ganz normal, an der Diskussion beteiligen), permanentem Geraschel der dicken Zettelstapel, die der Sekret&#228;r der<br />
Abgeordneten vorlegt, flei&#223;ig abstempelt und wieder hinaustr&#228;gt, versuchen wir etwas zu erkl&#228;ren, was es bisher in diesem Land noch nicht gibt : Lehrer sollen Wissen vermittelt bekommen &#252;ber Pr&#228;vention und Behandlung von regional &#252;blichen Erkrankungen wie (Malaria, Tuberkulose usw.), orale Rehydration bei Durchfallerkrankungen, parasit&#228;re Erkrankungen / Wurmerkrankungen, Ern&#228;hrung, Impfungen, etc.</p>
<p>Und dieses Wissen dann in der Schule an die Kinder weitergeben, in der Hoffnung, dass ein umfassenderes Wissen und Begreifen von Zusammenh&#228;ngen Ver&#228;nderungen im Verhalten herbeif&#252;hren kann. Wir erfahren, dass das Parlament eine Anordnung erlassen hat, dass t&#228;glich in den ersten 5 Minuten des Unterrichts &#252;ber Hygiene (richtiges H&#228;ndewaschen, Waschen von Nahrungsmitteln vor dem Verzehr,&#8230;)gesprochen werden muss. Wir erfahren in Laghmani, dass dies dort umgesetzt wird, allmorgendlich, eingebettet zwischen einem Koranvers, dem Singen der Nationalhymne und  Anweisungen zu einem sicheren Schulweg. Der Weg ist also bereits geebnet!! Es ist sehr zeitaufw&#228;ndig, diese Fortbildung zu organisieren, aber wir sind zuversichtlich, dass es sich lohnen wird!</p>
<p><strong>Dorfprojekt Bedmoschg</strong><br />
Es ist sehr beeindruckend, was dort entstanden ist!! Es ist sch&#246;n, die vielen M&#228;dchen in der Schule zu sehen, den engagierten Direktor. Die Geb&#228;ude sind noch nicht ganz fertig, aber der Unterricht ist sehr lebendig, die R&#228;ume hell und gro&#223;.</p>
<p>1.Klasse: 15 Jungen, 17 M&#228;dchen<br />
2.Klasse: 9 Jungen, 25 M&#228;dchen<br />
3.Klasse: 5 Jungen, 41 M&#228;dchen<br />
Also 29 Jungen &#8211; 83 M&#228;dchen. </p>
<p>Bisher konnten die M&#228;dchen nicht in die Schule gehen, da die n&#228;chste Schule etwa 6 km entfernt ist. Den Jungen wurde dieser Weg gestattet. Sie besuchen diese Schule weiterhin &#8211; daher ist nur in der 1.Klasse ein ausgewogenes Verh&#228;ltnis von Jungen und M&#228;dchen. </p>
<p>Im Moment werden die Geh&#228;lter der Lehrer von dem Projektleiter Achtari privat finanziert. Dadurch k&#246;nnen die Lehrer Leute aus dem Ort sein, zu denen die Bewohner des Dorfes Vertrauen haben. Lehrern, die von der Schulbeh&#246;rde geschickt w&#252;rden, w&#252;rden die Bewohner evtl. ihre M&#228;dchen nicht anvertrauen. </p>
<p>Erst wenn alle Klassenr&#228;ume fertig sind, k&#246;nnen im folgenden Schritt die R&#228;ume f&#252;r die Gesundheitsstation fertig gestellt werden. Das wird nicht mehr lange dauern..</p>
<p>In der Werkstatt des Zentrums f&#252;r regenerative Energie werden die Fl&#252;gel f&#252;r die Windr&#228;der bereits v&#246;llig selbst&#228;ndig von einem afghanischen Mitarbeiter hergestellt. Ich kann mich in einer Burg davon &#252;berzeugen , dass die dort lebenden Familien 24 Stunden am Tag mit Strom versorgt sind, die Windr&#228;der drehen sich auch bei kaum sp&#252;rbarem Wind, die Sonnenkollektoren werden sehr sorgf&#228;ltig gepflegt, immer wieder dem Gang der Sonne angepasst &#8211; und der damit u.a. gespeiste Fernseher bringt so ganz verschiedene Welten zusammen. </p>
<p><strong>Herat</strong><br />
Ich gebe mein Leben in Gottes H&#228;nde &#8211; und fliege mit Ariana nach Herat. Herzliche Begr&#252;&#223;ung durch Rateb Azimi. In den folgenden Tagen wird noch h&#228;ufig klar werden, wie wertvoll es f&#252;r die Arbeit der DAI ist, das er nun permanent in Herat lebt. Er k&#252;mmert sich gemeinsam mit Naeem &#8211; die beiden sind ein wirklich gutes Team!! &#8211; um alle Projekte der DAI. Und bei einer Autofahrt ist Rateb bei Musik, die zum Tanzen einl&#228;dt, Lebensfreude pur.</p>
<p>Herat hat sich in den 2 ½ Jahren seit meinem letzten Besuch sehr ver&#228;ndert: es ist noch sehr viel gr&#252;ner geworden, die damals im Bau befindlichen Parks sind fertig gestellt und Oasen im Verkehr. Der Verkehr ist nicht mehr so chaotisch: Ampeln funktionieren &#8211; und werden beachtet, die Pferdekutschen sind nahezu aus dem Stra&#223;enbild verschwunden &#8211; und es gibt unz&#228;hlige pakistanische Mopeds. Die jungen M&#228;nner im Bazar tragen &#252;berwiegend westliche Kleidung, manche<br />
tragen ihr Haar lang, mit modernen Haarschnitten, immer noch wird man zum Tee eingeladen, aber europ&#228;ischer Einfluss auf die Lebensweise hat unverkennbare Spuren hinterlassen.</p>
<p><strong>Gebrail</strong><br />
Wenn man es nicht selbst gesehen hat, kann man es sich nicht vorstellen: 7000 Sch&#252;ler &#8211; 8 Jahrg&#228;nge &#8211; 3 Schichten.</p>
<p>Die gebaute Schule platzt also aus allen N&#228;hten, in den Klassenr&#228;umen sitzen die Sch&#252;lerInnen &#228;u&#223;erst beengt (in einer 5. Klasse z.B. 51 Kinder / Jugendliche), es wurden von der Bev&#246;lkerung zus&#228;tzliche R&#228;ume angemietet, die ebenfalls voll gestopft sind mit Kindern &#8211; in jedem Winkel sitzt / hockt jemand. Trotz der widrigen Bedingungen ist die emsige, konzentrierte Atmosph&#228;re, diese sp&#252;rbare positive Energie beeindruckend. </p>
<p>Die Bev&#246;lkerung hat Geld gesammelt, ein Grundst&#252;ck gekauft &#8211; und hofft jetzt darauf, eine Organisation zu finden, die dort ein weiteres Schulgeb&#228;ude errichtet.</p>
<p><strong>Frauenzentrum</strong><br />
Auch hier eine energiegeladene Atmosph&#228;re, alles geschieht mit hoher Aufmerksamkeit und schnell. Durch die Unterst&#252;tzung von HELP ist das Frauenzentrum nun gro&#223;z&#252;gig untergebracht, es gibt einen Generator f&#252;r den  notwendigen Strom, zus&#228;tzliche Kurse wie Portraitzeichnen, Turnen, sind im Angebot. Eine Bibliothek steckt in ihren Anf&#228;ngen &#8211; Naeem hat weitere B&#228;nde besorgt. Frau Rokia Nazari, die Leiterin des Frauenzentrums, wird im Juli in Kabul ein Ingenieurstudium beginnen. Nachfolgerin in der Leitung wird voraussichtlich ihre Schwester werden. </p>
<p>Von HELP wurden 10 Computer f&#252;r das Frauenzentrum zur Verf&#252;gung gestellt &#8211; sie werden Eigentum der DAI werden. Die bisher f&#252;r die Bezahlung der Computer eingeplanten 2000¤ werden nun nach Absprache mit Dietlinde f&#252;r die Geh&#228;lter der Lehrerinnen verwendet. </p>
<p><strong>Patenschaften</strong><br />
Naeem hat eine vorbildliche Buchf&#252;hrung! Aber nicht nur das ist erw&#228;hnenswert &#8211; er hat sich eine Existenz durch Handel mit Stahl aufgebaut- und es hat mich SEHR gefreut, dass sich seine Lebensumst&#228;nde &#8211; und damit die seiner Familie &#8211; so haben verbessern k&#246;nnen!! Er macht die Arbeit f&#252;r die DAI &#228;u&#223;erst gewissenhaft und zuverl&#228;ssig.</p>
<p><strong>Schaidai / Schulpatenschaft</strong><br />
Ich bin sehr gl&#252;cklich, all die angewachsenen B&#228;umchen und die bl&#252;henden Blumen zu sehen &#8211; und zu erleben, wie sich der G&#228;rtner und Hausmeister in Personalunion um alles liebevoll k&#252;mmert!!</p>
<p>Ich kann alles Anstehende (Verstopfte Toiletten, defekter Generator, Sportmaterial, Verteilung von Stiften und Heften, Mobiliar, Fahrgeld f&#252;r die Lehrerinnen &#8230;.) mit Naeem, dem Direktor und dem G&#228;rtner besprechen. Naeem wird die Aufgabenliste abarbeiten&#8230;.</p>
<p>Er hat durch die DAI eine Kamera kaufen k&#246;nnen, hat leider bisher noch keine aktuellen Fotos von den Patenkindern machen k&#246;nnen, wird dies bei seiner Verteilung im Mai nachholen.</p>
<p><strong>Mirabad</strong><br />
Rateb und Naeem &#252;berwachen die voranschreitenden Bauarbeiten der Bau soll in wenigen Wochen fertig sein. Ich habe Fotos erhalten &#8211; eine Fahrt dorthin habe ich nicht unternommen, da Naeem und Rateb erst k&#252;rzlich dort waren. </p>
<p>Ich habe Kontakt mit einer d&#228;nischen Organisation aufgenommen (DAC), mit der Frage, ob sie sich vorstellen k&#246;nnen, die Gesundheitsstation zu betreiben. DAC organisiert das Gesundheitswesen in der Provinz Herat und ist deshalb der richtige Ansprechpartner, um der Gesundheitsstation innerhalb des inzwischen entstandenen Gesundheitssystems einen Platz zu geben. </p>
<p>Leider findet in diesen Tagen eine &#220;bergabe an ein neues Team aus D&#228;nemark statt. Die momentane Ansprechpartnerin wird die Infos an das neue Team weitergeben &#8211; und Rateb darf sich gerne bei ihnen melden. Sobald sie sich eingearbeitet haben, ist ein Gespr&#228;ch m&#246;glich. </p>
<p>Wir sollten uns ein neues Ziel setzen: die Projekte der DAI sollten nach und nach mit regenerativen Energien ausgestattet werden &#8211; Generatoren sollten &#252;berfl&#252;ssig werden, die Gesundheitsstation Mirabad sollte von vorneherein entsprechend ausgestattet werden.</p>
<p><strong>Anne Hermes</strong><br />
Mai 2006</p>
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