Archiv: Juli 2011

Liebe Freunde,

zur Vernissage der Ausstellung

REGARDS CROISÉS – نگاه تقاطع – VERSTELLTE BLICKE

lade ich Sie am 15. Juli um 18:30 Uhr herzlich ein.

Die Ausstellung dauert vom 14. Juli bis zum 30. August 2011, in den neuen Räumlichkeiten von quilt star, Basler Str. 61, im Viktoriahaus, 79110 Freiburg

Öffnungszeiten über den Sommer: Mo, Di, Do und Fr von 15 bis 18Uhr und Di, Do und Fr von 9 bis 12Uhr; WE geschloßen.

Die Ausstellung „Verstellte Blicke“ kombiniert Zeugnisse aus dem volkskundlichen Bereich mit Kunstwerken, die teils in Afghanistan, teils von Pascale Goldenberg angefertigt wurden. Pascale Goldenberg ist freischaffende Künstlerin in Freiburg und Initiatorin und Betreuerin des Stickprojekts in Laghmani – Afghanistan.
Das Stickprojekt in Laghmani wurde 2005 ins Leben gerufen und läuft erfolgreich seit nunmehr 6 Jahren, im Rahmen der engagierten Arbeit der DAI e.V. aus Freiburg. Stickerinnen aus ländlichen Dorfgemeinschaften haben durch dieses Projekt ein mittelfristig gesichertes Einkommen, was in diesem Land einer Revolution gleich kommt. Landfrauen haben hier normalerweise niemals die Gelegenheit, einen Beruf auszuüben und Geld zu verdienen.
Die afghanischen Frauen sticken mit der Hand kleine Bilder, Quadrate mit ca. 8 cm Seitenlänge. Dabei erfinden sie ihre Motive selbst und zeigen dabei ein außergewöhnlich kreatives Potential.
Vor noch 15 Jahren hatten alle erwachsenen Frauen ihren Tshadri (die Vollverschleierung der afghanischen Frau) selbst mit der Hand bestickt. Auch wenn das Gesetz es heute nicht mehr verlangt, so verlässt keine von ihnen ihren Hof, ohne den Tschadri zu tragen – so will es die Tradition.
Pascale Goldenberg zeigt eine Sammlung von mit der Hand bestickten Tschadris, die sie von den Stickerinnen aus Laghmani erworben hat. Diese tragen heute viel lieber maschinell bestickte Tshadris aus dem Pakistan. Neben den Tshadris, die mit zwei besonderen Stickarten, der Kandahar-Stickerei und der persischen Lochstickerei, gearbeitet worden sind, werden auch Tücher mit gestickten Quadraten präsentiert, die von den Stickerinnen mit diesen Techniken spontan angefertigt wurden.
Parallel zu dieser Reihe afghanischer Tshadris und bestickter Tücher zeigt Pascale Goldenberg eine Serie von selbstentworfenen „eigenen Tshadris“. Diese Arbeiten reflektieren die Gedanken und Interpretationen der Freiburger Künstlerin zu dieser für uns Europäer schwer zu verstehenden Thematik. Die künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit der Weichheit und der Transparenz des Stoffes sowie mit dem Gitter, das die Frauen einsperrt aber auch zugleich schützt – Ein Leben zwischen sich Verstecken und durchdringenden Blicken, zwischen der Realität des Daseins und dem angenommenen Schicksal, zwischen Isolierung und Präsenz der afghanischen Landfrau.
Eine Sammlung von Texten aus der Literatur zu diesem Thema ergänzt die Ausstellung und bietet eine weitere Möglichkeit, das Thema „Vollverschleierung der afghanischen Frau“ für sich zu begreifen.

“Die Verschleierung ist nicht das Problem. Das ist eine Tradition bei uns. Ich versichere Ihnen, Frauen können sich auch mit Burka frei fühlen.”…”Die Gewalt und die mangelnde Bildung machen uns Frauen in Afghanistan vor allen Dingen zu schaffen.”
Zitat von Frau Aquela Nazari aus Sharak, Afghanistan, im Rahmen eines Interviews bei der Badischen Zeitung am 25.10.2007

Wilhelm Druben am 12. Juli 2011 in Pressemitteilungen
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