Gut durchdachte Aufbauarbeit statt teurer Militäreinsätze
Pressemitteilung, Freiburg, den 15. Februar 2007
Wer eine Änderung in Afghanistan bewirken will, muss die Menschen durch friedliche Aufbauarbeit überzeugen.
Anfang März wird der Bundestag darüber entscheiden, ob Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt werden sollen. Die Deutsch-Afghanische Initiaitive e.V., die seit fünf Jahren Aufbauprojekte in Afghanstan durchführt, sieht den friedlichen Wiederaufbau des Landes durch die zunehmende Konzentration auf die Durchführung militärischer Maßnahmen gefährdet. Wir appellieren deshalb an die Entscheidungsträger, gegen den Einsatz deutscher Tornados in Afghanistan zu stimmen.
Ziel eines deutschen Engagements in Afghanistan muss die Unterstützung der Zivilbevölkerung beim friedvollen Aufbau ihres Landes sein. Hier leistet die Bundeswehr bereits wichtige Arbeit, die im Land anerkannt ist und von der Bevölkerung geschätzt wird. Der Einsatz der Tornado-Aufklärungsflugzeuge ist dagegen ein Baustein für eine rein militärisch gedachte Strategie, die vor allem Leid verursacht. Allein in Südafghanistan mussten UN-Schätzungen zufolge 2006 bereits 15.000 Familien – das sind etwa 80.000 Männer, Frauen und Kinder – aus ihren Dörfern fliehen. Wir befürchten, dass in der Folge die Radikalisierung weitergehen wird, weil sich die Bevölkerung in dem, was sie am dringesten braucht – Sicherheit, eine Existenz und Bildung für ihre Kinder – von allen im Stich gelassen fühlt.
Dieser Entwicklung wollen wir als Deutsch-Afghanische-Initiaitve e.V. – gemeinsam mit vielen anderen Organsiationen, die in Afghanistan tätig sind – auch weiterhin etwas entgegensetzen. Wir sehen unseren Beitrag im Bau und Unterhalt von Schulen, der Einrichtung von Frauenbildungszentren, in Dorfentwicklungsprojekten, Kinderpatenschaften und vielen anderen größeren und kleineren Projekten. Unsere Arbeit wird allerdings zunehmend gefährdet, weil es der Bevölkerung immer schwerer fällt, Helfer und kämpfende Truppen zu unterscheiden.
Es kommt aus unserer Sicht darauf an, in den Köpfen und Herzen der Menschen etwas zu bewegen und Kraft, Energie und Geld in gut durchdachte Aufbauarbeit zu stecken statt in teure Militärmaßnahmen. Auch das Engagement der ISAF sollte dafür stehen.
Nähere Informationen zu den Projekten der DAI finden Sie im Internet unter www.deutsch-afghanische-initiaitve.de .
Dr. Dietlinde Quack (1. Vorsitzende)
Nägeleseestraße 20
79102 Freiburg
Tel. 0761-8814854
Email: info@deutsch-afghanische-initiative.de
dietlinde.quack@web.de
Dietlinde Quack ( 5 ) am 15. Februar, 2007
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