Er ist fertig! Filmprojekt zum Schulalltag in Afghanistan erfolgreich abgeschlossen
Am 1. Juni 2006 fand in der Pädagogischen Hochschule (PH) Littenweiler die Premiere des Films »Afghanistan – Aufbruch wohin?« statt. Gedreht wurde der Film in vier Grundschulen im Großraum Herat im Mai 2005 von Marco Keller, Rebecca Schmid und Ute Gröger, alle drei Studierende der PH, sowie der ehemaligen PH-Professorin Heide Kässer. Rateb Azimi (2. Vorsitzender der DAI) hatte die Gruppe in Herat tatkräftig unterstützt. Die DAI freut sich, dass der 40-minütige Film nach einjähriger Bearbeitungszeit nun zu sehen ist.
»Willkommen Deutsche und Afghanen, Willkommen!« so singt eine Gruppe von Schulmädchen in dem Nomadendorf Shotodorand zur Begrüßung der filmenden Gäste. Ein Sinnbild für die Gastfreunschaft mit der die Gruppe im Land aufgenommen wurde. So entstanden sehr intime Bilder, die weniger Informationen zu Schülerzahlen, Lehrplänen oder dem Bildungssystem im allgemeinen bieten, dafür umso mehr Eindrücke vom Leben der Menschen im Afghanistan heute und dem Schulalltag in vier sehr unterschiedlichen und doch für das Land typischen Grundschulen: Die aus allen Nähten platzende Schule in dem Kleinstädtchen Gebrail, in der in drei Schichten unterrichtet wird. Die Schule in Shotodorand, einem kleinen Dorf in den Bergen mit sesshaft gewordenen Nomaden. Die neu gebaute Schule in Schaidai, die genügend Platz für die Schüler und Schülerinnen bietet. Und die Schule in Gazergha, in der noch in Zelten unterrichtet werden muss und die sanitären Verhältnisse alles andere als zufriedenstellend sind.
Der Film begleitet eine Lehrerin und eine Schülerin nach Hause, so dass die Zuschauer mit dem Filmteam aufgenommen werden in die jeweilige Familie: Die Menschen erzählen von den harten Zeiten unter den Taliban, in der Afghanistan ein Land ohne Gesicht war und von den schwierigen Verhältnissen heute, wenn es darum geht, den Lebensunterhalt zu sichern. Das liebevoll gemeinte »Meine Enkel sind nicht meine Enkel, wenn sie schlechte Noten nach Hause bringen« des alten Mannes in Schaidai drückt den Wunsch vieler Eltern (und Großeltern) nach guter Bildung für ihre Kinder, Mädchen wie Jungen, aus. Im Bewusstsein, dass die Kinder die Zukunft Afghanistans sind und eine gute Bildung brauchen, um das Land aufbauen zu können.
»Wir wünschen uns Frieden und dass der Krieg ein Ende hat« – ganz zu Anfang des Films spricht ein kleines Mädchen diesen wichtigsten Wunsch der meisten Afghaninnen und Afghanen aus. Die Spuren der langen Kriegsjahre und der Verunsicherung werden durch die Bilder von Panzerwracks und Minenfeldern, aber auch von mit Maschinengewehren bewaffneten Soldaten deutlich. Afghanistan ist noch nicht befriedet und es bleibt weiterhin unklar, wohin der Aufbruch führen kann. Diese Frage kann der Film selbstredend nicht beantworten.
Weitere Aufführungstermine in Freiburg:
Am 20. Juli 2006 um 20 Uhr in der Aula der PH Littenweiler
Am 22. Juli 2006 ab 15 Uhr im Rahmen des Sommerfestes, das die Deutsch-Afghanische Initiative und der Afghanisch-Deutsche Ärzteverein gemeinsam in der Spechtpassage (Jos Fritz-Café, Wilhelmstr. 15) veranstalten.
Der Film ist in Kürze zu beziehen unter www.coreoperation.com
Wilhelm Druben ( 9 ) am 6. Juni, 2006
Hallo,
ich habe vrsucht den Film zu bstellen, hab aber keine Antwort bekommen. Was kann ich unternehmen?
Besten Dank
Juliette Eckel
Juliette Eckel am 19. August 2007 um 20:00