Reise nach Afghanistan

Sachbericht und persönliche Eindrücke von Anne Hermes (2006)

Ankunft im staubigen Kabul. Die Hauptverkehrsstrassen sind größtenteils asphaltiert, alles andere unbefestigt, uneben, wird auch bei nur wenig Regen glitschig. Unbefestigte Strassen in der für 1 Mill. Menschen konzipierten, jedoch inzwischen 4 Mill. Menschen fassenden Stadt sind Pisten. Staub legt sich auf die angebotenen Waren am Straßenrand, auch wenn zum Verzehr gedacht. In der Nacht wird der aufgewirbelte Staub zu Nebel, sind die Scheinwerfer der Autos im chaotischen Verkehr nur trübe Spots.

Geschlachtet wird am Straßenrand, das Blut und der Inhalt der Eingeweide der Tiere fließen in die offenen Kanäle, das Fleisch wird, ebenso wie alles andere, am Straßenrand feilgeboten – schon ein Plus, wenn nicht in unmittelbarer Nähe eine Toilette eines Wohnhauses durch eine kleine Öffnung in der Mauer die Fäkalien auf den Gehweg spült, wie es üblich ist.

Verkehrschaos – keine funktionierenden Ampeln – wer würde die auch beachten? Das Pfeifen der Verkehrspolizisten geht im Gehupe unter. Zwischen den Autos im Stau – und den darf man sich nicht geordnet vorstellen – da wird geschoben, gedrängelt, unmittelbar beschleunigt, wenn sich eine Lücke auftut.Kinder. Sie bieten Kaugummis, Fensterwischen, Telefonkarten an. Ich kenne solche Bilder auch aus anderen Ländern, aber so massiv sah ich Kinder noch nie den Gefahren drängelnder Autos und grau-schwarzen Abgasen ausgesetzt. Das Ganze auf einer Höhe von 1800m ü.M. – meine Bronchien fühlen sich nicht wohl! Ich werde in den folgenden Tagen noch einige Male erleben, wie viel Zeit es braucht, sich in dieser Stadt fortzubewegen.

Pascale und ich werden von Naser und seiner Familie herzlich empfangen und genießen in den folgenden Tagen und Wochen eine außergewöhnlich herzliche Gastfreundschaft – gleich zu welcher Tageszeit wir heimkommen: immer steht Tee für uns bereit, wird uns etwas zu essen gezaubert. Vielen Dank dafür!! Und es ist eine große Bereicherung, so am Familienleben teilhaben zu dürfen und damit viel über das Miteinander in dieser Kultur und Gesellschaft erfahren zu dürfen. Diese Offenheit war ein ganz besonderes Geschenk.

Themen für die folgenden 15 Tage
- Eine Art screening der von einer Vergrößerung der Schilddrüse betroffenen Frauen in Laghmani, Sofian und Karaka
- Gesundheitsaufklärung, besonders bei Verwendung von Jodsalz
- Abklärung von Behandlungsmöglichkeiten – und damit Einblick in das Gesundheitswesen.
- Organisation einer Fortbildung für 6 LehrerInnen der Schulen Laghmani und Balaghil in Gesundheitserziehung
- Besuch des Zentrums für regenerative Energie in Betmoschg und der Ausbildungswerkstatt in Kabul
- Besuch in Herat
- Pflege der Schulpatenschaft Schaidai,
- Besuch der Schule Gebrail und des Frauenzentrums Sharak
- Einblick in die Arbeit von Naeem
- Einblick in die Arbeit von Khaled

Unser Vorhaben, Jodsalz zu verteilen, werden wir nicht umsetzen. Dieses wird bereits in vielen Haushalten verwendet, eine staatliche Informationskampagne hierzu begann etwa vor einem Jahr mit Fernseh- und Radiospots. Das Wissen um den Zusammenhang Jodsalz – Schilddrüse ist in den Dörfernsehr unterschiedlich. Wir nutzen die Zusammenkünfte mit den Frauen – und in Karaka auch mit den Ältesten – um über die Wichtigkeit des Jodsalzes zu sprechen, Folgen von Dysfunktionen der Schilddrüse zu informieren Insbesondere appellieren wir an die Frauen im gebärfähigen Alter, im Hinblick auf mögliche Folgeschäden für ihre Kinder, Jodsalz zu verwenden. Einige Frauen berichten von Kindern, die nicht laufen könnten. Die bisherige katastrophal schlechte medizinische Versorgung lässt keine Festlegung auf eine mögliche Ursache zu – eine Schilddrüsendysfunktion kann EINE mögliche Ursache sein. Ein Teil der Betroffenen war bereits in Behandlung, wobei sie offenbar keine gezielten Schilddrüsentherapeutika erhielten und, wenn überhaupt, nur vorübergehend Besserung ihrer Beschwerden erfuhren.

Bis zu meiner Abreise gelingt es uns, für 11 Betroffene eine Blutuntersuchung der Schilddrüsenhormone durchführen zu lassen. Der Transport von Laghmani nach Kabul wurde von der DAI finanziert. Inzwischen liegen mir die Resultate per Fax vor: 10 Personen werden eine medikamentöse Therapie über einen längeren Zeitraum benötigen, bevor entschieden werden kann, ob evtl. ein operativer Eingriff notwendig ist. Das wird alles eine Entscheidung der Ärzte in Kabul sein. Ich werde mit Khaled im Austausch bleiben, der die weitere Betreuung der Patienten organisiert.

Eine OP wäre theoretisch im Maiwand-Krankenhaus in Kabul möglich. Rein theoretisch wäre so ein Eingriff kostenlos, in der Praxis sieht es leider so aus, dass die Patienten alles, was für die OP an Medikamenten und Verbrauchsmaterial benötigt wird, auf dem Bazar kaufen müssen. D.h. eine Operation ist nur für die möglich, die es sich leisten können. Außerdem müssen die hilfsbedürftigen Menschen mit der allgegenwärtigen Willkür und Herzlosigkeit des Krankenhauspersonals umgehen können. Wir wurden Zeuge, dass eine Strumapatientin, die mit Mann und Kind von der pakistanischen Grenze angereist war, also eine Reise von mehr als 200 km hinter sich hatte, um die speziellen Bluttests durchführen zu lassen (eine Sache von 2 Minuten ), abgewiesen wurde. Sie solle in 20 Tagen wiederkommen. Es gab keinen Grund, sie abzuweisen.

Hier könnten sich noch vielerlei Eindrücke anschließen… Für mich persönlich war bereits im Vorfeld klar, dass das Thema Schilddrüse ein SEHR spezielles ist. Die wirkliche verbreiteten – und für die Frauen immer noch lebensbedrohlichen medizinischen Probleme – werden in kurzen Befragungen deutlich:

- viele Frauen berichten von Fehlgeburten
- viele Schwangerschaften – in kurzen Abständen
- Todesursache von Säuglingen und Kleinkindern: Durchfallerkrankungen, Windpocken, usw.
- viele Frauen berichten von schnell eintretender Erschöpfung – sie leiden an Blutarmut, was ihr Immunsystem sehr schwächt, d.h. sie sind sehr anfällig für Infektionskrankheiten wie z.B. Tuberkulose.

Der größere Teil der Entbindungen findet zwar inzwischen im Krankenhaus in Charikar statt. Die Frauen, die zu Hause entbinden, müssen dies häufig unter schlechten Hygiene-Bedingungen tun. Immerhin scheint aber bei den traditionellen
Geburtshelferinnen ein Minimum an Hygieneverständnis vorhanden zu sein: sie wissen um die Bedeutung des Händewaschens, benutzen bei jeder Geburt eine neue Rasierklinge zur Durchtrennung der Nabelschnur. Die Lebenserwartung der Menschen in Afghanistan verbesserte sich seit 2001 von 38 auf nun 42 Jahre. Die Kindersterblichkeit ist aber immer noch eine der höchsten in der Welt.

Der Aufenthalt auf dem Land hat sehr gut getan, trotz aller Geschichten, die hier von den Menschen getragen werden. In jeder Familie gibt es Tote durch die Kriege zu beklagen. Viele sind durch die Kriege traumatisiert. In dieser Idylle mag man die Geschichten von den Vätern und Großvätern, die von den Taliban vor den Augen ihrer Kinder grausam gefoltert und getötet wurden, oder die von den Russen verschleppt wurden und nie wieder auftauchten, nicht an sich heranlassen.

All das fruchtbare Grün, Rinder als Zeichen eines gewissen Wohlstandes, überall auf den Feldern wird gearbeitet. Leider war es Anfang April noch einmal sehr kalt, einige Gemüse müssen wegen Frostschäden neu ausgesät werden. Ein trächtiges Rind kostet etwa 23.000 Afghani. Das ist der gleiche Preis wie für ein neues 125ccm Moped, nicht ganz 400 €.

In den drei Dörfern können die Sinne gar nicht alles Schöne erfassen: die Baumreihen, die die schmalen, gewundenen Pfade zwischen den Gehöften und Kanälen beschatten, das leise gurgelnde Wasser überall, das Kühle und Erfrischung bringt, die Lehmgebäude, die die Geräusche abfedern, dieses besondere Licht – so ein friedlicher Ort Selbst die Ruinen, die an die kriegerischen Zeiten erinnern, selbst die grünen Fahnen auf den Gräbern der Gefallenen fügen sich ein in das Bild, dass die Menschen hier wieder Fuß gefasst haben.

Besonders freuen uns die vielen, vielen gezüchteten und in sorgfältig eingefassten Beeten gepflanzten Blumen in der Laghmani-Schule – hier ist ein wirklich schöner Garten für die Schüler und Schülerinnen entstanden, in dem sie sich offenbar gerne aufhalten! Besondere Aufmerksamkeit verdient die Konstruktion, mit der die Blumenzucht gegen Diebstahl geschützt wurde: ausrangierte Stahlgestelle von nicht mehr nutzbaren Schulmöbeln werden zu einem Gewächshaus zusammengefügt.

Inzwischen gibt es ausreichend Trinkwasserbrunnen in den Dörfern, und nur noch das Brauchwasser wird aus den Kanälen und aufgestauten Tümpeln geholt. Kleine Fortschritte! In Laghmani gibt es einen Generator, für jede angeschlossene Glühbirne zahlt man für den Strom in den Abendstunden 5 Afgh/Monat (10 Cent).

Überall fallen einem die Minenopfer auf. Die Region Charikar war Frontlinie während des Krieges mit den Russen, Hauptkampfgebiet, hier stand nichts mehr, überall waren Minen. Wir würden gerne eine kurze Zeit des Wartens auf den Direktor der Laghmani – Schule mit einem Spaziergang ausfüllen – doch Naser und Khaled sind wachsam genug an die Minengefahr zu erinnern, die kurz hinter dem Schulgelände lauert – ich hatte daran gar nicht mehr gedacht. Also bleiben wir etwas verloren stehen. Diese Art der Einschränkung unserer Freiheit ist sehr beklemmend. Wir möchten gerne das Fach Gesundheitserziehung in den Schulen Laghmani und Balagil etablieren. Da ist Einiges an Vorarbeit notwendig, da es dies in dieser Form bisher im Land nicht gibt. Aber auch hier sind Nasers Kontakte wertvoll – und die Tatsache, dass in diesem Land sicher jemand aus der Familie von einem, den man kennt, jemanden kennt, der einem noch einen Gefallen schuldet, oder noch besser: ist das nicht auch ein Vetter von…

CARE int. ist dabei u.a. für die Provinz Parvan Lehrerfortbildungen zu organisieren. Bis zur Durchführung wird es etwa noch zwei Monate brauchen. CARE ist bereit, auch kleine NGO`s an ihrem Programm partizipieren zu lassen. Momentan gibt es Lehrer/innen mit und ohne akademische Ausbildung. Diejenigen, die in den vergangenen Jahren ohne Ausbildung eingestellt wurden, werden nun nach und nach durch Lehrer/innen ersetzt, die in der Zwischenzeit eine universitäre Ausbildung erhalten haben. Zu den Fortbildungen werden nur die zugelassen, die eine Ausbildung haben. Das bedeutet: würden wir im Moment Fortbildungen (mühsam organisieren und) finanzieren für Lehrer/innen, die u.U. bald ausscheiden, wäre unser Geld evtl. nicht gut eingesetzt – sieht man vom persönlichen Vorteil der Einzelpersonen ab. Rateb berichtet von einer Lehrerin in Schaidai, die schon ersetzt wurde und jetzt selbst noch einmal zur Schule geht (es gibt wohl Einrichtungen für Erwachsene ) – also auch für diesen Kreis kann es irgendwie weitergehen.

Das Anliegen, Lehrer in health- education auszubilden, können wir bei einem Treffen mit Fr. Sadat, einer Parlamentsabgeordneten der Provinz Parvan und Schulbeauftragten, vorbringen. Zwischen permanentem Handy-klingeln, Hereintreten der nächsten Bittsteller, die sich, wie das üblich ist, hinsetzen (sich jedoch zurückhalten und nicht, wie sonst, ganz normal, an der Diskussion beteiligen), permanentem Geraschel der dicken Zettelstapel, die der Sekretär der
Abgeordneten vorlegt, fleißig abstempelt und wieder hinausträgt, versuchen wir etwas zu erklären, was es bisher in diesem Land noch nicht gibt : Lehrer sollen Wissen vermittelt bekommen über Prävention und Behandlung von regional üblichen Erkrankungen wie (Malaria, Tuberkulose usw.), orale Rehydration bei Durchfallerkrankungen, parasitäre Erkrankungen / Wurmerkrankungen, Ernährung, Impfungen, etc.

Und dieses Wissen dann in der Schule an die Kinder weitergeben, in der Hoffnung, dass ein umfassenderes Wissen und Begreifen von Zusammenhängen Veränderungen im Verhalten herbeiführen kann. Wir erfahren, dass das Parlament eine Anordnung erlassen hat, dass täglich in den ersten 5 Minuten des Unterrichts über Hygiene (richtiges Händewaschen, Waschen von Nahrungsmitteln vor dem Verzehr,…)gesprochen werden muss. Wir erfahren in Laghmani, dass dies dort umgesetzt wird, allmorgendlich, eingebettet zwischen einem Koranvers, dem Singen der Nationalhymne und Anweisungen zu einem sicheren Schulweg. Der Weg ist also bereits geebnet!! Es ist sehr zeitaufwändig, diese Fortbildung zu organisieren, aber wir sind zuversichtlich, dass es sich lohnen wird!

Dorfprojekt Bedmoschg
Es ist sehr beeindruckend, was dort entstanden ist!! Es ist schön, die vielen Mädchen in der Schule zu sehen, den engagierten Direktor. Die Gebäude sind noch nicht ganz fertig, aber der Unterricht ist sehr lebendig, die Räume hell und groß.

1.Klasse: 15 Jungen, 17 Mädchen
2.Klasse: 9 Jungen, 25 Mädchen
3.Klasse: 5 Jungen, 41 Mädchen
Also 29 Jungen – 83 Mädchen.

Bisher konnten die Mädchen nicht in die Schule gehen, da die nächste Schule etwa 6 km entfernt ist. Den Jungen wurde dieser Weg gestattet. Sie besuchen diese Schule weiterhin – daher ist nur in der 1.Klasse ein ausgewogenes Verhältnis von Jungen und Mädchen.

Im Moment werden die Gehälter der Lehrer von dem Projektleiter Achtari privat finanziert. Dadurch können die Lehrer Leute aus dem Ort sein, zu denen die Bewohner des Dorfes Vertrauen haben. Lehrern, die von der Schulbehörde geschickt würden, würden die Bewohner evtl. ihre Mädchen nicht anvertrauen.

Erst wenn alle Klassenräume fertig sind, können im folgenden Schritt die Räume für die Gesundheitsstation fertig gestellt werden. Das wird nicht mehr lange dauern..

In der Werkstatt des Zentrums für regenerative Energie werden die Flügel für die Windräder bereits völlig selbständig von einem afghanischen Mitarbeiter hergestellt. Ich kann mich in einer Burg davon überzeugen , dass die dort lebenden Familien 24 Stunden am Tag mit Strom versorgt sind, die Windräder drehen sich auch bei kaum spürbarem Wind, die Sonnenkollektoren werden sehr sorgfältig gepflegt, immer wieder dem Gang der Sonne angepasst – und der damit u.a. gespeiste Fernseher bringt so ganz verschiedene Welten zusammen.

Herat
Ich gebe mein Leben in Gottes Hände – und fliege mit Ariana nach Herat. Herzliche Begrüßung durch Rateb Azimi. In den folgenden Tagen wird noch häufig klar werden, wie wertvoll es für die Arbeit der DAI ist, das er nun permanent in Herat lebt. Er kümmert sich gemeinsam mit Naeem – die beiden sind ein wirklich gutes Team!! – um alle Projekte der DAI. Und bei einer Autofahrt ist Rateb bei Musik, die zum Tanzen einlädt, Lebensfreude pur.

Herat hat sich in den 2 ½ Jahren seit meinem letzten Besuch sehr verändert: es ist noch sehr viel grüner geworden, die damals im Bau befindlichen Parks sind fertig gestellt und Oasen im Verkehr. Der Verkehr ist nicht mehr so chaotisch: Ampeln funktionieren – und werden beachtet, die Pferdekutschen sind nahezu aus dem Straßenbild verschwunden – und es gibt unzählige pakistanische Mopeds. Die jungen Männer im Bazar tragen überwiegend westliche Kleidung, manche
tragen ihr Haar lang, mit modernen Haarschnitten, immer noch wird man zum Tee eingeladen, aber europäischer Einfluss auf die Lebensweise hat unverkennbare Spuren hinterlassen.

Gebrail
Wenn man es nicht selbst gesehen hat, kann man es sich nicht vorstellen: 7000 Schüler – 8 Jahrgänge – 3 Schichten.

Die gebaute Schule platzt also aus allen Nähten, in den Klassenräumen sitzen die SchülerInnen äußerst beengt (in einer 5. Klasse z.B. 51 Kinder / Jugendliche), es wurden von der Bevölkerung zusätzliche Räume angemietet, die ebenfalls voll gestopft sind mit Kindern – in jedem Winkel sitzt / hockt jemand. Trotz der widrigen Bedingungen ist die emsige, konzentrierte Atmosphäre, diese spürbare positive Energie beeindruckend.

Die Bevölkerung hat Geld gesammelt, ein Grundstück gekauft – und hofft jetzt darauf, eine Organisation zu finden, die dort ein weiteres Schulgebäude errichtet.

Frauenzentrum
Auch hier eine energiegeladene Atmosphäre, alles geschieht mit hoher Aufmerksamkeit und schnell. Durch die Unterstützung von HELP ist das Frauenzentrum nun großzügig untergebracht, es gibt einen Generator für den notwendigen Strom, zusätzliche Kurse wie Portraitzeichnen, Turnen, sind im Angebot. Eine Bibliothek steckt in ihren Anfängen – Naeem hat weitere Bände besorgt. Frau Rokia Nazari, die Leiterin des Frauenzentrums, wird im Juli in Kabul ein Ingenieurstudium beginnen. Nachfolgerin in der Leitung wird voraussichtlich ihre Schwester werden.

Von HELP wurden 10 Computer für das Frauenzentrum zur Verfügung gestellt – sie werden Eigentum der DAI werden. Die bisher für die Bezahlung der Computer eingeplanten 2000¤ werden nun nach Absprache mit Dietlinde für die Gehälter der Lehrerinnen verwendet.

Patenschaften
Naeem hat eine vorbildliche Buchführung! Aber nicht nur das ist erwähnenswert – er hat sich eine Existenz durch Handel mit Stahl aufgebaut- und es hat mich SEHR gefreut, dass sich seine Lebensumstände – und damit die seiner Familie – so haben verbessern können!! Er macht die Arbeit für die DAI äußerst gewissenhaft und zuverlässig.

Schaidai / Schulpatenschaft
Ich bin sehr glücklich, all die angewachsenen Bäumchen und die blühenden Blumen zu sehen – und zu erleben, wie sich der Gärtner und Hausmeister in Personalunion um alles liebevoll kümmert!!

Ich kann alles Anstehende (Verstopfte Toiletten, defekter Generator, Sportmaterial, Verteilung von Stiften und Heften, Mobiliar, Fahrgeld für die Lehrerinnen ….) mit Naeem, dem Direktor und dem Gärtner besprechen. Naeem wird die Aufgabenliste abarbeiten….

Er hat durch die DAI eine Kamera kaufen können, hat leider bisher noch keine aktuellen Fotos von den Patenkindern machen können, wird dies bei seiner Verteilung im Mai nachholen.

Mirabad
Rateb und Naeem überwachen die voranschreitenden Bauarbeiten der Bau soll in wenigen Wochen fertig sein. Ich habe Fotos erhalten – eine Fahrt dorthin habe ich nicht unternommen, da Naeem und Rateb erst kürzlich dort waren.

Ich habe Kontakt mit einer dänischen Organisation aufgenommen (DAC), mit der Frage, ob sie sich vorstellen können, die Gesundheitsstation zu betreiben. DAC organisiert das Gesundheitswesen in der Provinz Herat und ist deshalb der richtige Ansprechpartner, um der Gesundheitsstation innerhalb des inzwischen entstandenen Gesundheitssystems einen Platz zu geben.

Leider findet in diesen Tagen eine Übergabe an ein neues Team aus Dänemark statt. Die momentane Ansprechpartnerin wird die Infos an das neue Team weitergeben – und Rateb darf sich gerne bei ihnen melden. Sobald sie sich eingearbeitet haben, ist ein Gespräch möglich.

Wir sollten uns ein neues Ziel setzen: die Projekte der DAI sollten nach und nach mit regenerativen Energien ausgestattet werden – Generatoren sollten überflüssig werden, die Gesundheitsstation Mirabad sollte von vorneherein entsprechend ausgestattet werden.

Anne Hermes
Mai 2006

Anne Hermes ( 1 ) am 18. Mai, 2006

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